GUTEN MORGEN

Die stärkste Stimme | Starke Worte

Hans Peter Doskozil in der Offensive: Gestern Abend in der ZiB2, davor bereits bei Conny Bischofberger im Interview - heute zu lesen in der „Kronen Zeitung“ und auf krone.at. Der Burgenländer kämpft: Um die Parteispitze, gegen Rendi-Wagner und zahlreiche andere Gegner. Und mit seiner Stimme. Dazu hatte er, erzählt er, erst vor Kurzem wieder ein Gespräch mit seinem Arzt, der beobachte das sehr genau und habe gemeint, es sei alles gut, es passe. Was Doskozil dagegen gar nicht passt sind Sticheleien hochrangiger SPÖ-ler wegen dieser angekratzten Stimme. Bischofberger konfrontiert ihn mit dem Gerücht, dass der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig in der SPÖ-Sitzung am Montag die Formulierung verwendet habe, „die Politik braucht eine starke Stimme“. Doskozil bestätigt diese Aussage. Es sei nicht angenehm, wenn gestichelt werde. Er habe Ludwig auch gesagt, dass er solche Aussagen nicht in Ordnung finde und dieser sich um seine Stimme keine Sorgen machen solle. Schließlich habe er bereits bewiesen, dass er mit dieser Stimme Wahlen gewinnen kann. Stimmt schon. In seinem Bundesland hat er die absolute Mehrheit der Burgenländer gewonnen. Jetzt muss er die Mehrheit der Parteimitglieder überzeugen, dass er die stärkste Stimme der SPÖ ist.

Starke Worte. Der Parteichef-Kandidat aus dem Burgenland - er liefert im Interview, unabhängig von der Stärke seiner Stimme einige starke Ansagen. Vor allem, was mögliche Koalitionen nach den nächsten Nationalratswahlen betrifft. Ganz deutlich bekräftigt Doskozil seine Präferenz für eine „Ampel“ unter seiner Führung, wenn er sagt: „Wir sollten das Wagnis eingehen, eine Dreierkoalition mit Neos und Grünen anzupeilen.“ Eine in Österreich selten klare Ansagen. Jenseits des üblichen Geschwurbels, zunächst sei der Wähler am Wort, nach den Wahlen werde man schon sehen… Sehr klar auch die Ansage zu einer möglichen Koalition mit den Freiheitlichen. Da sagt jener Mann, der im Burgenland an der Spitze einer rot-blauen Koalition regierte: „Wir brauchen, nach vielen Experimenten aus Parteiräson, jetzt große Veränderungen, die sind mit der FPÖ nicht möglich.“ Und er ergänzt gleich: „Auch mit der ÖVP nicht.“ Starke Worte. Ob er sie einlösen wird können? Ob er sie einlösen wird müssen?

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