Nach einer Woche

Giftgas-Ermittlungen kommen endlich in die Gänge

Oberösterreich
18.03.2023 09:00

Schnell ermittelt gibt´s nur im Fernsehen. Eine Woche nach dem rätselhaften Giftgasfund von Gmunden in Oberösterreich hat die Polizei nun bei der Staatsanwaltschaft Wels Anzeige erstattet. Und zwar wegen Paragraf 181c, das ist „Fahrlässiges umweltgefährdendes Behandeln und Verbringen von Abfällen“. 

Es war der Aufreger des vergangenen Wochenendes: Die „Krone“ machte publik, dass der Geschäftsführer einer Pinsdorfer Entsorgungsfirma Freitagfrüh eine rote Kunststoffkiste mit zwei Gaskartuschen mit der Aufschrift „Phosgen“ in die Polizeiinspektion Gmunden gebracht hatte.

Er gab an, die beiden Gasflaschen mit dem Totenkopfaufdruck in einer Lagerhalle gefunden zu haben. Das Kampfgas Phosgen ist, wie berichtet, besser unter dem Namen Grünkreuz bekannt und kostete im Ersten Weltkrieg zigtausenden Soldaten das Leben – also hochgefährlich!

Brisantes „Geschenk“
Das brisante „Geschenk“ wurde zunächst von den Schadstoffexperten der Landespolizei untersucht, dann den ABC-Experten des Bundesheers übergeben, welche die Gaskartuschen in die Dabsch-Kaserne in Korneuburg (NÖ) brachten, wo sie derzeit verwahrt werden.

Wie geht es weiter? 
Die Staatsanwaltschaft Wels bekam nun von der Exekutive einen ersten Bericht. „Es wird wegen Paragraf 181c, das ist ,fahrlässiges umweltgefährdendes Behandeln und Verbringen von Abfällen‘, ermittelt“, sagt Christoph Weber von der Staatsanwaltschaft Wels: „Wir werden jetzt vom Bundesheer prüfen lassen, ob überhaupt noch Gas in den Flaschen ist. Es sieht meines Wissens freilich danach aus. Fraglich ist auch, ob überhaupt eine Gefährdung vorlag, weil die Kartuschen ja augenscheinlich völlig dicht sind.“

Interessant bleibt der Fall dennoch, denn anhand der Seriennummern sollte nachvollziehbar sein, für welche Firma das hochgiftige Phosgen-Gas ursprünglich produziert worden war.

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