Fr, 17. August 2018

Eine Mrd. $ erlöst

08.09.2011 21:00

Gadafi machte kurz vor seiner Flucht 29 Tonnen Gold zu Geld

Muammar al-Gadafi hat in den Tagen vor seiner Vertreibung aus der Hauptstadt Tripolis offenbar große Mengen Goldes verkauft. Insgesamt wurden 29 Tonnen aus den libyschen Beständen entnommen, sagte Zentralbank-Gouverneur Kassem Assos am Donnerstag. Dies seien über 20 Prozent der Goldreserven des Landes gewesen. Der Wert des verkauften Anteils belaufe sich auf umgerechnet eine Milliarde Dollar (711 Millionen Euro).

Nach dem monatelangen bewaffneten Konflikt mit den von der NATO unterstützten Aufständischen habe Gadafi damit in der Endphase seiner Herrschaft Gehälter bezahlen wollen, sagte Assos. Ein Zentralbankvertreter vermutete, dass das Gold wahrscheinlich über Tunesien außer Landes geschafft wurde. Die Guthaben der libyschen Zentralbank bezifferte Assos auf 115 Milliarden US-Dollar, von denen sich 90 Milliarden im Ausland befänden.

Interims-Regierungschef inTripolis
Ebenfalls am Donnerstag präsentierte sich der Chef der libyschen Übergangsregierung, Mahmud Jibril, erstmals in Tripolis. Der Exekutiv-Ausschuss des Übergangsrats, wie sich das Kabinett nennt, richte sich nun in der libyschen Hauptstadt ein, sagte der Politiker. Die Mitglieder des Gremiums, das bisher in der ostlibyschen Metropole Bengasi ansässig war, machten sich nun nach und nach auf den Weg nach Tripolis. "Dieser Vorgang wird bis Ende nächster Woche beendet sein", fügte er hinzu.

Jibril betonte weiter: "Die Schlacht um Libyen ist noch nicht abgeschlossen." Noch würden Gebiete von Gefolgsleuten des untergetauchten Diktators Muammar al-Gadafi kontrolliert. "Die erste Herausforderung ist aber, dass wir gegen uns selbst gewinnen", erklärte er. Libyen werde nur dann eine bessere Zukunft haben, wenn es einen demokratischen Rechtsstaat auf Verfassungsgrundlage aufbaut und Versöhnung anstelle von Vergeltung und Abrechnung walten lässt.

Libysche Waffen für Terroristen?
Unterdessen warnte ein ranghoher US-Militär davor, dass die durch den Libyen-Konflikt in Umlauf gebrachten Kriegswaffen die Stabilität in der Region gefähren könnten. Zum Abschluss einer nordafrikanischen Anti-Terrorismus-Konferenz in der algerischen Hauptstadt Algier betonte der Chef des US-Afrika-Kommandos, General Carter Ham: "Es gibt eine Verbreitung von Waffen wie Gewehren und Sprengstoff, und das beunruhigt die Welt." Nach der Vertreibung von Gadafis Regime müsse der Nationale Übergangsrat die Waffen unter Kontrolle bringen, sagte Ham am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in der US-Botschaft.

Der General hatte an der zweitägigen internationalen Konferenz mit insgesamt 38 Delegationen teilgenommen, bei der es um einen koordinierten Ansatz der Sahelländer beim Anti-Terror-Kampf ging. Nach Angaben der algerischen Zeitung "Libération" betonte der Außenminister des Sahelstaates Niger, Mohamed Bazoum: "Der libysche Konflikt hat den Sahel in ein Pulverfass verwandelt. Waffen aller Kaliber schwirren herum." Die Armee seines Landes habe erst vor Kurzem rund 500 Kilogramm Semtex-Sprengstoff sowie eine große Anzahl gestohlener libyscher Geländewagen konfisziert.

Große Menge an Luftabwehrrakten verschwunden
In der Sahel-Region sind Anhänger der radikal-islamischen Terrororganisation "Al-Kaida im islamischen Maghreb" aktiv, die für den Sturz der Regierungen in Nordafrika kämpft. Algerien ist das Stammland der Terrororganisation. Sie ging aus der größten algerischen Terrorvereinigung hervor, der "Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf". Nach Angaben des algerischen Präsidentenberaters Mohamed Rezig Bara nutzten Ende August auch zwei Selbstmordattentäter bei ihrem Anschlag auf eine algerische Militärakademie mit elf Toten libyschen Sprengstoff.

Die "New York Times" hatte zuvor berichtet, aus Waffenlagern in Libyen seien große Mengen an tragbaren Luftabwehrraketen verschwunden. Es wachse die Sorge, dass die vermissten Waffensysteme in die Hände von Terrorgruppen wie Al-Kaida gelangen könnten.

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