Viele Kärntner erhalten derzeit Maut-Nachforderungen aus Italien - etwas kurios, aber legitim. Das steckt dahinter:
Sie kommen in regelrechten Wellen, so zweimal im Jahr – Briefe mit Strafzahlungen aus Italien, die bei vielen heimischen Autofahrern auch aktuell wieder für Kopfzerbrechen sorgen. Verschickt werden sie von einem Absender namens „Nivi“. In den Schreiben werden die Lenker dazu aufgefordert, nicht bezahlte Autobahn-Mautgebühr zu überweisen.
„Nivi“ ist ein Inkassounternehmen, das von den italienischen Autobahnbetreibern beauftragt wird, die Mautgebühren einzufordern, wobei der Fall sogar bis zu zehn Jahre zurückliegen kann. Bleibt die Frage, wie man es eigentlich geschafft hat, von einer italienischen Autobahn runterzukommen – ohne gezahlt zu haben.
Trotz offenem Schranken, keine Freifahrt
Für das Mautprellen gibt es aber tatsächlich leichte Möglichkeiten. „Es kann die Kreditkartenzahlung nicht funktioniert haben, oder man ist irrtümlich auf die Telepass-Spur gefahren. Dann öffnet sich der Schranken trotzdem, um Staus zu vermeiden“, erklärt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner.
Ist der Automat defekt, oder das Personal im Streik, sind die Schranken oben, was aber keine Freifahrt bedeutet. Auch da kommt dank Videoüberwachung die Nachforderung. Die beträgt bei einer Mautgebühr von 9,40 € mit Nebengeräuschen 33,60 €.
Die zivilrechtliche Forderung könnte über einen europäischen Zahlungsbefehl geltend gemacht werden. Wegen des hohen Aufwandes wird das aber kaum gemacht.
Autoclub Europa
„Die zivilrechtliche Forderung könnte über einen europäischen Zahlungsbefehl geltend gemacht werden. Wegen des hohen Aufwandes wird das aber kaum gemacht“, heißt es beim Autoclub Europa. Dennoch werde geraten, die Rechnung zu begleichen.
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