Bahnhof Hallstatt

„Zugstation für Weltkulturerbe total unwürdig“

Oberösterreich
01.02.2023 10:00

Immer mehr Touristen reisen mit den Zug und Schiff nach Hallstatt an. Der Kapitän der „MS Stefanie“ beklagt aber die veraltete Bahnstation, die keine Toilette und einen viel zu engen und gefährlichen Bahnsteig hat. 

Seit 1989 pendelt Kapitän Severin Schenner mit der „MS Stefanie“ zwischen dem Hallstätter Ortskern und der Bahnstation Hallstatt. Von 6.30 Uhr bis 19 Uhr geht es täglich insgesamt 18-mal von einem zum anderen Seeufer. Während in der Vergangenheit auf dem Schiff viele der 130 Plätze leer blieben, herrscht nun sehr oft dichtes Gedränge.

Die Schiffanlegestelle ist von der Bahnstation zu Fuß erreeichbar. (Bild: Dostal Harald)
Die Schiffanlegestelle ist von der Bahnstation zu Fuß erreeichbar.

„Seit 2010 und dem Boom mit den Gästen aus Asien gehen die Zahlen stark nach oben. Das Klimaticket wirkt sich mittlerweile auch schon sehr positiv aus“, erzählt der Kapitän.

Über einzigen Bahnsteig führt ein Radweg
Die Freude darüber trüben die vielen Mängel bei der Bahnstation. „Absolut unwürdig für eine Tourismus-Region mit internationalem Format und dem Prädikat Weltkulturerbe“, kritisiert Schenner. Er zählt eine Reihe von Missständen auf: Das Gebäude ist seit Jahren nicht modernisiert worden, eine Toilette gibt es nicht, der Warteraum ist abgesperrt. „Einzigartig in ganz Österreich ist wohl, dass ein Radweg über den engen Bahnsteig führt. Es ist zwar eine Schiebestrecke, aber den Radfahrer möchte ich sehen, der absteigt“, blickt der Kapitän neidisch ins nahe gelegene Obertraun.

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Die ÖBB können nicht so tun, als ginge sie das alles nichts an. Auch wenn das Gebäude nicht ihnen gehört, es sind ihre Fahrgäste.

Severin Schenner, Schiffskapitän

Dort wurde der Zughalt Obertraun-Koppenbrüllerhöhle erneuert. „Im Gegensatz zu Hallstatt ist dort nur in den Sommermonaten richtig viel los. Dennoch sieht die Station wie ein Flughafenterminal aus. Das ist auch in Ordnung. Jetzt muss aber auch in Hallstatt etwas passieren.“

Forderung nach rundem Tisch
Im Hinblick auf das Kulturhauptstadtjahr 2024 wünscht er sich einen runden Tisch mit allen Verantwortlichen. „Die ÖBB können nicht so tun, als ginge sie das alles nichts an. Auch wenn das Gebäude nicht ihnen gehört, es sind ihre Fahrgäste. Die Schifffahrt hat auch die Beleuchtung des Weges von der Bahnstation bis zur Anlegestelle erneuert und finanziert.“

Fast ein Monat kein Schiffsverkehr
Ab 6. Februar wird nun auch die Schiffsanlegestelle auf Vordermann gebracht. Bis Ende des Monats fahren keine Schiffe. Die Zugfahrer müssen in Steeg-Gosau oder in Obertraun-Dachsteinhöhlen den Postbus nehmen, um nach Hallstatt zu gelangen.

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