Die Vereinsspitze der Blauen Elf Wels müsste für die Sportplatz-Nutzung erstmals eine Pacht von 10.000 Euro pro Jahr an eigenen Dachverband zahlen. Das kann sich Klub aber nicht leisten.
Noch sind es einige Wochen bis zum Start der Saison der Amateur-Fußballer. Bereits vor dem Anpfiff läuft auf Polit- und Funktionärsebene ein spannendes Match. Auf dem Spiel steht sogar die Zukunft eines kultigen Welser Fußball-Traditionsvereins.
Vertrtag läuft im März aus
Worum geht’s? In den letzten 30 Jahren nutzte die Blaue Elf Wels den Sportplatz unweit des Stadtzentrums, für den Wohnbau-Genossenschaften mindestens fünf Millionen Euro zahlen würden, kostenlos. Ende März läuft der Nutzungsvertrag mit der ASKÖ Stamm, dem eigenen Dachverband der Fußballer, aus. Dieser fordert nun für die nächsten 30 Jahre eine indexgebundene Miete von 10.000 Euro jährlich.
Aus rechtlichen Gründen müssen wir eine marktübliche Pacht verlangen, die wäre eigentlich um ein Vielfaches höher.
Manfred Sams, Obmann Askö Stamm
„Aus rechtlichen Gründen müssen wir eine marktübliche Pacht verlangen, die wäre eigentlich um ein Vielfaches höher. Wir sehen aber die Leistungen des Vereins für die Instandhaltung der Anlage als Beitrag an und kalkulieren diese deshalb in den Preis mit ein“, erklärt Stamm-Obmann Manfred Sams.
Gerüchte um Räumungsklage
Gerüchte, dass eine Räumungsklage in Vorbereitung sei, dementiert er vehement: „Einen Rauswurf kann ich ausschließen. Wir haben dem Verein zuletzt sehr viele Zugeständnisse gemacht. Etwa die Möglichkeit, jedes halbe Jahr auf eigenen Wunsch aus dem Vertrag aussteigen zu können.“ Laut Sams soll es auch schon eine Förderzusage der Stadt von 6000 Euro geben: „Ich würde mich um Sponsoren für den restlichen Betrag kümmern!“
Wir sind nicht in der Lage, die Pacht zu zahlen. Schlimmstenfalls werde ich eine interne Abstimmung über die Einstellung des Spielbetriebs durchführen lassen.
Christian Baurnberger, Obmann Blaue Elf Wels
Blaue-Elf-Obmann Christian Baurnberger bleibt aber dabei. „Wir haben das Geld einfach nicht. Wir können keinen Cent zahlen. Was ist, wenn Sams nicht mehr da ist, die Stadt keine Subventionen mehr zahlt?“ Sollte es nicht bald eine Einigung geben, zieht er eine Mitgliederabstimmung über die Einstellung des Spielbetriebs in Erwägung.
Stadtvize und Sportreferent Gerhard Kroiß ist besorgt: „Es sieht so aus, als wenn der Oberverein den ältesten Fußballklub rausmobben will. Das ist rechtlich und moralisch sehr fragwürdig.“
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