Sensation in Schweden

Riesiges Vorkommen Seltener Erden entdeckt

Wirtschaft
12.01.2023 16:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Norden von Schweden ist das bisher größte in Europa bekannte Vorkommen an Seltenen Erden entdeckt worden. Den Sensationsfund gab die staatliche schwedische Firma LKAB bekannt. Deren Chef erklärte, dies sei „eine gute Nachricht“ nicht nur für die Region und Schweden, sondern für Europa und das Klima. Denn die wertvollen Metalle sind nötig für die Produktion von Elektroautos und Windkraftturbinen.

Das Vorkommen „Per Geijer“ habe einen Umfang von über einer Million Tonnen, teilte LKAB mit. Es könne ein wichtiger Baustein für die Produktion wichtiger Rohstoffe sein, die „absolut entscheidend für die Umsetzung der grünen Transformation“ seien, erklärte Firmenchef Jan Moström. „Ohne Bergbau gibt es keine elektrischen Autos.“ Den Firmenangaben zufolge könnte das Vorkommen einen großen Teil des Bedarfs an Seltenen Erden in Europa decken.

Noch Jahre bis zum Abbau
Moström erklärte, es könne aber „mehrere Jahre“ dauern, um das Vorkommen und die Bedingungen zu erkunden, es „profitabel und nachhaltig“ abzubauen. Das hänge auch von den Genehmigungen ab, sagte er bei einer Pressekonferenz in der Bergbaustadt Kiruna. Erfahrungsgemäß dauere es „10 bis 15 Jahre“, bis tatsächlich der Markt beliefert werden könne. Noch heuer strebe LKAB aber an, eine Abbaulizenz beantragen.

Das Unternehmen habe bereits mit den Vorbereitungen begonnen, eine mehrere Kilometer lange und etwa 700 Meter tiefe Trift in das Bergwerk von Kiruna zu treiben, um das Vorkommen „in den Einzelheiten“ zu untersuchen. Noch sei unklar, wie groß es tatsächlich ist.

„Die Autarkie beginnt im Bergwerk“
Anwesend bei der Präsentation war auch die schwedische Energieministerin Ebba Busch. Sie sagte, der Bedarf an Seltenen Erden sei groß - die Europäische Union strebe schließlich den Umbau zu einer fossilfreien Wirtschaft an. Bis 2035 will die EU Neuwagen mit Verbrennermotor verbieten. „Die Elektrifizierung, die Autarkie der EU und die Unabhängigkeit von Russland und China beginnt im Bergwerk“, bekräftigte Busch am Donnerstag.

Seltene Erden umfassen eine ganze Reihe von Elementen, die unter anderem für die Produktion von Smartphones und Elektroautos benötigt werden, etwa für Batterien, Katalysatoren und Magnete, aber auch für Leuchtmittel. Derzeit ist das größte Vorkommen dieser Metalle in China zu finden.

Aktuell dominiert China den Markt
China dominiere den Markt „vollkommen“, das erhöhe die „Verletzlichkeit“ der europäischen Industrie, denn diese sei aktuell abhängig von Importen, so LKAB. Der Bedarf an den Metallen werde sich bis 2030 verfünffachen, zitierte das Unternehmen Schätzungen der EU. LKAB produziert nach eigenen Angaben 80 Prozent des in Europa benötigten Eisenerzes. Es investiert demnach viel Geld in einen nachhaltigen Bergbau.

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