Nach einem sexuellen Übergriff auf der Weihnachtsfeier der Stadt Bludenz übt die SPÖ Kritik am Krisenmanagement von Bürgermeister Simon Tschann.
Ein leitender städtischer Angestellter soll bei der Weihnachtsfeier einer Mitarbeiterin an den Hintern gegriffen haben. Diese informierte die Personalvertretung und in weiterer Folge Bürgermeister Simon Tschann (ÖVP). Am Ende wurde die Sache intern geregelt: Der Mann sei von seinen Führungsaufgaben entbunden und in eine andere Abteilung versetzt worden, ließ Tschann wissen - die „Krone“ berichtete.
Kritik kommt nun von der oppositionellen SPÖ: Es stimme nicht, dass dem betroffenen Mitarbeiter die Leistungsverantwortung entzogen worden sei: „Diese Darstellung des Bürgermeisters ist falsch, denn es ist geplant, dass der betroffene Mitarbeiter Abteilungsleiter bleiben und somit sehr weich fallen wird“, sagt die Vizebürgermeisterin Eva Peter.
Der schockierende Fall sexueller Belästigung durch einen leitenden Mitarbeiter der Stadt Bludenz im Rahmen der städtischen Weihnachtsfeier macht uns alle sehr betroffen. Eine sofortige Entlassung durch den Bürgermeister wäre die einzig richtige Entscheidung gewesen.
Eva Peter, SPÖ
Für die Sozialdemokratin steht außer Frage, dass der Mann sofort gekündigt hätte werden sollen: „Es ist alarmierend und nicht zu akzeptieren, wenn so ein Vorfall kleingeredet und - im Sinne des Täters - nahezu ungeahndet bleibt. Wie soll dieser Mitarbeiter weiterhin im Rathaus eine Abteilung leiten und jeden Morgen beim Betreten des Rathauses der gesamten Organisation das Signal senden, dass ein bisschen Grapschen eh okay ist?“ Im Übrigen könne nur der Stadtrat über eine Kündigung entscheiden - einen entsprechenden Antrag haben die Roten bereits eingereicht.
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