Prinz Harry sorgt dieser Tage für viele Schlagzeilen. Kurz vor der Veröffentlichung seiner Memoiren „Spare“ am 10. Jänner sprach der jüngere Sohn von König Charles in mehreren TV-Interviews über sein Zerwürfnis mit der Royal Family. In einem Gespräch mit „Good Morning America“ erklärte der 38-Jährige nun, was seine Mutter wohl von dem Zwist zwischen ihren Söhnen halten würde.
Im Gespräch mit Michael Strahan von „Good Morning America“ sprach Prinz Harry erneut über sein Leben in der Royal Family. Was Prinzessin Diana wohl über das angespannte Verhältnis zwischen den Brüdern sagen würde, wollte Strahan von Harry wissen.
Dieser hatte dazu eine klare Meinung: „Ich glaube, sie wäre traurig. Ich glaube, sie wüsste, dass wir gewisse Dinge durchmachen müssen, um unsere Beziehung zu kitten. Ich glaube, es würde ihr das Herz brechen, zu sehen, was passiert ist.“
Konkurrenzkampf zwischen Brüdern von Presse geschürt
Zwischen ihm und seinem Bruder William habe es immer schon einen gewissen Konkurrenzkampf gegeben - das liege in der Natur der Familie, aber auch die britische Presse habe ihren Anteil dazu gehabt. Immer wieder seien die Brüder gegeneinander aufgehetzt worden, führte Harry weiter aus. Ähnlich wie ihre Ehefrauen Herzogin Meghan und Prinzessin Kate.
Auch Camilla habe in der Presse zuerst keinen guten Stand gehabt, fuhr Harry fort. „Ich habe viel Mitgefühl für sie als dritte Person in der Ehe meiner Eltern. […] Ich habe kein Problem damit, wenn irgendein Mitglied meiner Familie sein Image rehabilitieren muss“, erklärte er. Doch an einem Punkt sei für ihn Schluss: „Aber wenn diese Rehabilitierung oder diese Beziehung mit, in diesem Fall, der britischen Boulevardpresse auf Kosten meiner Freundin oder meiner Familie geht, dann ziehe ich eine Grenze.“
„Ich hätte wahrscheinlich weniger Drogen genommen“
Nach dem Tod von Prinzessin Diana hätte niemand gewusst, wie mit ihm umzugehen sei. Das sei jedoch kein Vorwurf, so Harry in „Good Morning America“ weiter. „Ich weiß nicht, ob eine andere Familie das besser gemacht hätte. Aber ich wünschte, ich hätte die Chance gehabt, irgendeine Form von Therapie zu machen oder zumindest mehr über den Verlust meiner Mutter zu reden. Aber wer weiß, ob ich das mit zwölf Jahren überhaupt getan hätte.“
Noch heute stelle er sich die Frage, wie sein Leben ausgesehen hätte, wäre ihm eine Therapie zur Verfügung gestellt worden. „Ich hätte wahrscheinlich weniger Drogen genommen. Ich hätte wahrscheinlich weniger getrunken und gefeiert“, sinnierte der 38-Jährige. „Ich habe immer versucht, dadurch entweder etwas zu fühlen oder meine Gefühle zu unterdrücken.“
Unter anderem thematisierte der 38-Jährige auch den Moment, als er gemeinsam mit Herzogin Meghan die Entscheidung getroffen hatte, sich aus dem Königshaus zurückzuziehen und wie die im September verstorbene Königin Elizabeth auf diesen Entschluss tatsächlich reagierte.
Queen nicht „sauer“, sondern „traurig“ wegen „Megxit“
„Hat sie jemals gesagt, dass sie sauer auf dich war?“, fragte Strahan Prinz Harry. Dieser antwortete darauf: „Wofür?“ Dafür, dass er seine Rolle in der Royal Family ändern wollte, hakte Strahan nach. „Nein“, stellte Harry klar und fuhr fort: „Meine Großmutter und ich hatten eine sehr gute Beziehung. Es war für niemanden eine Überraschung, am wenigsten für sie. Sie wusste, was vor sich ging, sie wusste, wie schwer es war. Sie sagte mir nie, dass sie wütend war. Ich denke, sie war traurig, dass es so weit gekommen war.“
Er habe der Queen eine Hybrid-Position vorgeschlagen, bei der sie ihre Zeit zwischen Kanada und Großbritannien aufteilen und weiterhin der Königin dienen, führte Harry weiter aus. Doch diese Idee wurde abgelehnt, hatte der Prinz bereits in der Netflix-Doku „Harry & Meghan“ erklärt.
„Es wird Leute geben, die sagen: ,Warum sind sie nicht entweder drin oder raus?‘ Denn, wenn du rauskommst, gibt es keine Heuchelei“, fragte Strahan nun nach. „Ich kann niemals raus“, antwortete der Herzog von Sussex daraufhin. „Und ich bin mir meiner Position unglaublich bewusst und ich bin unglaublich dankbar für das Leben, das ich hatte und weiterhin lebe, aber es gibt keine Version von mir, die jemals in der Lage wäre, daraus herauszukommen.“
Er sei jedoch „fassungslos“, dass seine Familie es zugelassen habe, dass ihm, seiner Frau und seinen Kindern an ihrem „verwundbarsten Punkt“ die Sicherheit genommen wurde. Strahan fragte: „Glauben Sie, dass sie Ihre Bedenken nicht verstanden oder sich nicht um Ihre Bedenken gekümmert haben - es war ihnen egal?“ „Ich denke wahrscheinlich ein bisschen von beidem“, antwortete Harry.
Rückkehr nach Großbritannien ausgeschlossen
Eine Rückkehr nach Großbritannien schließt Prinz Harry wohl auch deshalb für sich und seine Familie aus. „Ich glaube nicht, dass es jemals möglich sein wird“, so der Herzog von Sussex. „Ich glaube nicht, denn selbst, wenn es eine Vereinbarung oder ein Arrangement zwischen mir und meiner Familie gibt, dass es da diese dritte Partei gibt, die alles tun würde, das sie könnte, um sicherzugehen, dass es nicht möglich ist, nicht, uns vom Zurückkehren zu hindern, aber es nicht überlebbar zu machen.“
Prinz Harry ging zuletzt gleich mehrmals vor laufender Kamera in die Offensive. Nur zwei Tage vor der Veröffentlichung seiner Memoiren „Spare“ (deutsch: „Reserve“) packte der 38-Jährige in gleich in drei TV-Interviews aus. Erst stellte er sich den Fragen des britischen Journalisten Tom Bradby, das Interview lief am Sonntagabend beim britischen Sender ITV. In seiner Wahlheimat in den USA stand Harry dem US-Journalisten Anderson Cooper in der Sendung „60 Minutes“ des Sender CBS Rede und Antwort. Und nocheinmal Michael Strahan für „Good Morning America“.
Prinz Harry rutschte indes in der Gunst seiner Landsleute auf ein Rekordtief. 64 Prozent der Befragten haben inzwischen eine negative Meinung von dem Prinzen, wie das Meinungsforschungsinstitut Yougov am Montag mitteilte. Nur ein Viertel sieht den jüngeren Sohn von König Charles III. (74) demnach in einem positiven Licht. Im November vergangenen Jahres waren es hingegen noch knapp 40 Prozent.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.