Boot gesunken
Dutzende Migranten in Seenot – Schwangere Frau tot
Ein nur sieben Meter langes Boot mit 46 Flüchtlingen an Bord ist am Donnerstag kurz vor dem Eintreffen der Rettungsboote der Küstenwache vor der italienischen Insel Lampedusa gesunken. Glücklicherweise gab es laut Küstenwache weder Todesopfer noch Vermisste - alle Personen konnten gerettet werden. Ein tragisches Ende nahm jedoch eine Rettungsaktion an der türkischen Küste am Mittwoch: Auch dort gerieten Flüchtende in Seenot, zwei Frauen kamen dabei ums Leben.
Bei der Rettungsaktion vor der Küste von Lampedusa konnten alle Personen an Bord - darunter elf Frauen und drei Minderjährige, die am Mittwoch das tunesische Sfax verlassen hatten - gerettet werden. Die Migranten stammen aus Guinea, Cote D‘Ivoire (Elfenbeinküste), Kamerun und Mali.
Auf einem zweiten Boot, das ebenfalls vor Lampedusa trieb, befanden sich 33 Personen. Insgesamt 109 Migranten kamen auf drei verschiedenen Booten in der Nacht auf Lampedusa an. Sie alle wurden in den Hotspot der Insel gebracht, in dem derzeit 1304 Gäste bei einer Kapazität von knapp 400 Personen untergebracht sind.
Minderjährige ohne Begleitung an Bord
Das bei Rettungsmissionen im Mittelmeer aktive Rettungsschiff „Life Support“ ist inzwischen am Donnerstag mit 142 Migranten an Bord in den Hafen der Stadt Livorno in der Toskana eingelaufen. Begleitet wurde es von einem Patrouillenboot der italienischen Küstenwache, teilten die Behörden mit. An Bord befanden sich mehrere Minderjährige ohne Begleitung und eine schwangere Frau. „Sie wurden bei zwei Operationen vor Malta gerettet“, sagte Rossella Miccio, Präsidentin der NGO Emergency.
Es sind Menschen, die vor Gewalt, Verwüstung und Kriegsgebieten fliehen, und wir sind froh, dass sie endlich Land erreichen. Das Wichtigste ist, dass wir es geschafft haben, sie in Sicherheit zu bringen.
Rossella Miccio, Präsidentin der NGO Emergency
In Seenot geriet auch ein Boot an der türkischen Küste am Mittwoch: 43 Migranten konnten laut Angaben der türkischen Küstenwache gerettet werden, zwei Frauen kamen ums Leben. Eine davon sei schwanger gewesen, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die Migranten hätten versucht, von der türkischen Küste über die Ägäis auf die griechische Insel Samos - und damit in die EU - zu gelangen.
Ankara wirft Griechenland Pushbacks vor
Sie hätten zudem ausgesagt, dass die Küstenwache Griechenlands sie nach dem Erreichen griechischer Gewässer illegal in die Türkei zurückgedrängt habe. Dabei sei das Boot mit Wasser vollgelaufen. Die Aussagen konnten nicht unabhängig überprüft werden. Die Nationalität der Migranten wurde von der Küstenwache nicht genannt.
Ankara wirft Griechenland immer wieder sogenannte Pushbacks vor, also das illegale Zurückdrängen von Migranten. Athen weist das zurück. Die Türkei hat rund 3,7 Millionen Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien und Hunderttausende Migranten aus anderen Ländern aufgenommen.
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