In Rettungsboot

Italien: Migrantin gebar Kind kurz nach Rettung

Ausland
20.12.2022 12:13

43 Personen - darunter 17 Frauen und drei Minderjährige - sind am Montag vor der süditalienischen Insel Lampedusa gerettet worden. Während die Migranten aus Mali, Burkina Faso, Guinea und von der Elfenbeinküste an Land gebracht wurden, brachte eine Hochschwangere ein Kind zur Welt.

Die Mutter und das kleine Mädchen, das Fatima genannt wurde, seien wohlauf, berichteten die Behörden auf Lampedusa. Die verbrachten die Ivorerin und ihr Kind im Spital (siehe Tweet unten). Wie nahe Leben und Tod im Mittelmeer beieinander liegen, hatten die vergangenen Tage den Rettern erneut vor Augen geführt. Am Sonntagnachmittag starb ein zweieinhalbjähriges Mädchen vor den Augen seiner 21-jährigen Mutter. Seit dem 21. Oktober sind elf Kinder bei neun Schiffsunglücken vor Lampedusa ums Leben gekommen.

Unter der neuen italienischen Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die im Oktober eingesetzt wurde, verfolgt Italien einen harten Kurs gegenüber NGOs, die Migranten retten. Die Hilfsorganisationen werden beschuldigt, Schlepperei zu unterstützen. Fast 100.000 Migranten sind seit Anfang 2022 über die See in Italien eingetroffen.

Rom will systematische Rettungsaktionen einschränken
Nun will man den Rettungsorganisationen einen weiteren Riegel vorschieben. Die Regierung in Rom will systematische Rettungsaktionen seitens der NGO-Schiffe, die Migranten nach Italien bringen, einschränken. Gerettete Flüchtlinge sollen laut Medienberichten vom Montag an Bord der Rettungsschiffe ihren Asylantrag einreichen, der von dem Flaggenstaat des Schiffes übernommen werden soll.

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will noch bis Ende des Jahres ein Dekret verabschieden, mit dem die Landung von Rettungsschiffen in Süditalien erschwert wird. (Bild: ASSOCIATED PRESS)
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will noch bis Ende des Jahres ein Dekret verabschieden, mit dem die Landung von Rettungsschiffen in Süditalien erschwert wird.

Nach einer weiteren Bestimmung des Dekrets müssen die Retter im Falle eines Einsatzes in internationalen Gewässern einen Hafen anfordern, den das Schiff unmittelbar nach der Rettung anlaufen muss, ohne tagelang auf See zu bleiben und auf andere mögliche Rettungen zu warten, verlautete aus Regierungskreisen in Rom. Damit will Italien verhindern, dass Rettungsschiffe mit mehreren Hundert Menschen an Bord in Süditalien eintreffen. NGOs, die sich nicht an die Regeln halten, sollen mit einer Strafe von 50.000 Euro sanktioniert werden. Auch die Konfiszierung des Schiffes droht.

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