Trotz zahlreicher Hämatome und Knochenbrüche wurde ein Kleinkind in Tirol nicht zum Arzt gebracht. Wer für die Verletzungen verantwortlich war, konnte nun auch bei einem Prozess am Landesgericht in Innsbruck nicht geklärt werden. Die 23-jährige Mutter räumte jedenfalls Fehler ein.
„Ich hätte mit ihr wohl zum Doktor gehen sollen“, weinte eine 23-jährige Oberländerin am Dienstag in Innsbruck vor Richter Paul Menardi. Trotz unzähliger blauer Flecken und Unterblutungen im Gesicht sowie am Körper, drei Rippenbrüchen und einer schweren Verletzung am Schienbein unterließ es die junge Fünffach-Mutter mit ihrer nicht einmal zwei Jahre alten Helena (Name von der Redaktion geändert), ein Spital aufzusuchen. „Ich wurde bei einer früheren Behandlung einmal im Krankenhaus als hysterisch dargestellt, dies wollte ich vermeiden“, rechtfertigte sich die Angeklagte.
Schon wenn man sich die Bilder mit all den Verletzungen anschaut, läuft einem ein kalter Schauer über den Rücken.
Richter Paul Menardi
Die Staatsanwältin konnte bei dieser „Ausrede“ nur den Kopf schütteln. „Wir können uns alle nicht ausmalen, welche Schmerzen das Kind erleiden musste.“ Sie teilte damit die Ansicht des Richters: „Schon wenn man sich die Bilder mit all den Verletzungen anschaut, läuft einem ein kalter Schauer über den Rücken.“
Rätsel um Verletzungen beim kleinen Mädchen
„Meine Mandantin war naiv und ließ sich negativ von ihrem neuen, mittlerweile ehemaligen Lebensgefährten beeinflussen“, meinte der Verteidiger. Sie habe sich einreden lassen, dass alles nicht so schlimm sei. Wer der Kleinen die schweren Verletzungen zugefügt hatte, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Das Verfahren dazu wurde eingestellt.
Weil sie ihre Tochter aber vernachlässigt hatte, wurde über die 23-Jährige nun - noch nicht rechtskräftig - eine zur Hälfte bedingte Geldstrafe von 1440 Euro verhängt.
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