Weil er auf der Flucht 865 Euro von einem Mithäftling verprasste, muss ein gebürtiger Türke nun drei Monate länger im Gefängnis bleiben. Dass er durch die Unterschlagung eine Straftat begangen hatte, wollte der 35-Jährige beim Prozess in Innsbruck nicht so recht einsehen.
„Herr Rat, ich sitze ausnahmsweise einmal unschuldig vor Gericht“, war sich der 35-Jährige, der knapp ein Dutzend Vorstrafen auf seinem Kerbholz hat und gerade fünf Jahre Haft wegen Einbrüchen in Innsbruck absitzt, sicher. Doch Richter Gerhard Melichar sah dies am Ende etwas anders.
Überweisungspapiere wurden falsch ausgefüllt
Es war ein „Freundschaftsdeal“ mit einem Mithäftling, der den gebürtigen Türken eigentlich wegen Betrugs auf die Anklagebank brachte. „Er brauchte 100 Euro in Form eines Paysafe-Codes und hat daher jemanden gesucht, der außerhalb des Gefängnisses ein Konto besitzt. Für eine Dose Tabak habe ich ihm dann geholfen“, erklärte der 35-Jährige.
Ich habe grinsen müssen und mich natürlich gefreut, als ich gesehen habe, wie viel der Depp versehentlich überwiesen hat.
Der Angeklagte
865 Euro statt 100 Euro überwiesen
Doch der Mithäftling füllte die Überweisungspapiere falsch aus. Nicht 100 Euro, sondern 865 Euro landeten in den Händen des Angeklagten. „Ich habe grinsen müssen und mich natürlich gefreut, als ich gesehen habe, wie viel der Depp versehentlich überwiesen hat“, gestand der „Einbrecherkönig“, der während eines Freigangs untergetaucht ist. „Ich war dann einen Monat auf der Flucht, da konnte ich die 865 Euro gut gebrauchen“, machte der 35-Jährige keinen Hehl daraus, das Geld verprasst zu haben. Dass er sich auch damit strafbar gemacht hat, wollte er nicht einsehen. „Ich zahle ihm nun einfach alles zurück und die Sache ist erledigt.“
Bittere Tränen im Verhandlungssaal
Ganz so einfach kam er nicht davon. Der Richter verhängte wegen der Unterschlagung zusätzlich drei Monate Haft, woraufhin der Angeklagte zu weinen begann. Dass er damit noch glimpflich davon kam, trocknete seine Tränen kaum.
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