Nach 20 Jahren wurde Gerhard Zapfl gestern als Obmann des Wasserleitungsverbandes Nördliches Burgenland abgelöst. Er übergibt einen Vorzeigebetrieb an Ernst Edelmann.
Gerhard Zapfl hat wohl schon angenehmere Abende erlebt. Bei der Hauptversammlung des Wasserleitungsverbandes Nördliches Burgenland (WLV) wurde der Wimpassinger Bürgermeister Ernst Edelmann (SPÖ) nach Abstimmung der 70 anwesenden Delegierten beauftragt, fortan die WLV-Geschicke als Obmann zu leiten. Parteiübergreifend entfielen 63 Stimmen auf Edelmann.
Zapfl war von den Bezirksvorsitzenden - allesamt SPÖ-Parteikollegen des 62-Jährigen - der Bezirke Neusiedl am See, Mattersburg und Eisenstadt-Umgebung nahegelegt worden, nach 20-jähriger Tätigkeit nicht mehr als Obmann zu kandidieren.
„Ich bin stolz, dass ich die Erfolgsstory in einem Vorzeigebetrieb über 20 Jahre mitgestalten durfte.“
Gerhard Zapfl, Ex-Obmann
Der Grund für Zapfls Ablöse liegt laut einem Insider schlicht an der politischen Geografie. Unter Landeshauptmann Hans Niessl waren einige wichtige öffentliche Posten mit Personen aus dessen Heimatbezirk Neusiedl am See besetzt worden, unter ihnen der Nickelsdorfer Ortschef Zapfl. Nun sollen manche Entscheidungsträger wieder näher an oder in der Landeshauptstadt angesiedelt werden – Wimpassing liegt im Bezirk Eisenstadt-Umgebung.
Zapfl bot an, sein Wissen bis zur Pensionierung in zwei Jahren im Vorstand einzubringen – die Idee fand keine Zustimmung. Zeit also, einen Schlussstrich zu ziehen.
„Ich bin stolz, dass ich die Erfolgsstory in einem Vorzeigebetrieb über 20 Jahre mitgestalten durfte“, sagt der Ex-Obmann, der die Trinkwasserversorgung für 66 Mitgliedsgemeinden verantwortete, zuletzt Chef von 160 Mitarbeitern war und für 2023 die Rekord-Investitionssumme von 27 Millionen veranschlagt hat.
91 Prozent der Kunden stellten dem WLV bei Umfragen ein positives Zeugnis aus, die Mitarbeiterzufriedenheit war zuletzt hoch wie nie. Zweimal in Folge wurde der WLV als Best-Practice-Betrieb in Österreich ausgezeichnet.
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