Eingriff nicht möglich

Tapfere Elena (6) droht wegen Tumor zu erblinden

Oberösterreich
14.12.2022 08:00

Mehrere Chemotherapie-Blöcke konnten den Wachstum im Kopf des kleinen Mädchens leider nicht eindämmen. Alle Hoffnung ruht nun auf einer Antikörper-Therapie.

Mit Stolz trägt die sechsjährige Elena aus dem Bezirk Kirchdorf die gelbe Blindenschleife mit drei Punkten. Denn am linken Auge sieht sie leider nichts mehr, am rechten aktuell nur noch 20 Prozent. „Die Ärzte befürchten, dass sie eines Tages vollständig erblindet“, sagt Mama Eva (36). Der Grund dafür: Ein inoperabler Tumor drückt auf den Sehnerv der Tochter und bedroht seit Jahren ihr Leben.

Größe eines Tischtennisballs
7 mal 4 Zentimeter groß war er schon, als Elena gerade ein Jahr alt war. „Sie hatte irrsinnige Kopfschmerzen und rechtsseitige Lähmungen – ihre Hand hing hinunter, sie lächelte schief und hat sich ständig verschluckt.“ In einer Sechs-Stunden-OP wurde Elenas Schädeldecke geöffnet. Wegen seiner heiklen Lage konnte der Tumor aber nicht entfernt werden.

Enttäuschte Hoffnung
Nach einer eineinhalbjährigen Intensiv-Chemo waren alle hoffnungsfroh - die bösartige Wucherung auch kleiner. „Bei einer MR-Kontrolle neun Monate später war er aber wieder ein Drittel gewachsen“, erinnert sich Eva mit Schrecken. Die nächste Intensivchemo wurde erforderlich, sie dauerte ein Jahr. „Gleichzeitig ist eine Antikörper-Therapie gestartet worden, die bis heute gemacht wird“, so die Mama.

Neue Hiobsbotschaft
Neuerlich war der Optimismus allseits groß. Doch dann kam Corona, und Elena wurde gezwungen, ihre Therapien zwei längere Phasen hindurch auszusetzen. „Wir haben bemerkt, dass es ihr nicht gut geht. Sie hatte motorisch wieder größere Probleme, war erschöpfter und klagte erneut über heftige Kopfschmerzen. Bei einer MR-Kontrolle heuer im März hat sich leider bestätigt, dass der Tumor wieder gewachsen ist“, seufzt Eva.

Erneut gewachsen
Eine weitere Chemo war aufgrund des noch zu kurzen Zeitabstands nicht möglich. Auch eine Bestrahlung schlossen die Ärzte aus. „Das Risiko, dass in ihrem Gehirn zu viel zerstört werden könnte, war zu groß.“ Bis Juni hatte sich der Tumor leider weiter vergrößert. Erst im September gab es endlich positive Nachrichten: Er hatte sich nicht noch mehr ausgedehnt.

Berufsziel „Superheldin“
Seit Herbst geht Elena zur Schule, besucht eine Integrationsklasse. Regelmäßige Therapien begleiten ihren Alltag. Die Nebenwirkungen erträgt sie tapfer. „Sie hat so ein liebes, offenes Wesen und ist gleichzeitig so zäh und zielstrebig“, sagt die Mama über die Sechsjährige, die sich mit Singen und Tanzen von ihrer Krankheit ablenkt. Elenas Berufsziel: „Sie will einmal Superheldin werden“, schmunzelt Eva.
Für daheim benötigt Elena nun ein Lesegerät mit spezieller Optik, das laut Kostenvoranschlag aber 4800 € teuer ist.

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