Wirtschaftsbund

Nach Inseratenaffäre weit entfernt vom Neuanfang

Vorarlberg
09.12.2022 06:30
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Mit 98 Prozent wurde Marco Tittler am Mittwochabend zum Obmann des Wirtschaftsbundes gewählt. Ein Ergebnis, das sich sehen lassen könnte, wären nicht rund 75 Prozent der Delegierten zu Hause geblieben.

Altlandesrat Karlheinz Rüdisser war nach Bekanntwerden der Inseratenaffäre beim Wirtschaftsbund interimistisch als geschäftsführender Obmann eingesprungen. In dieser Funktion entfernte er den „Inseraten-Tandler“ Jürgen Kessler - und sorgte dafür, dass die Steuernachzahlungen des Wirtschaftsbundes nicht allzu hoch ausfielen. Kritik musste sich der sympathische „Wiffzack“ bereits bei seiner Bestellung anhören.

Dunkler Fleck auf weißer Weste

Durch seine einstigen Funktionen war Rüdisser nicht nur mit dem aus Kammer und Bund gejagten Hans Peter Metzler eng verbandelt. Ein weiterer dunkler Fleck auf der ansonsten strahlend weißen Weste Rüdissers: Von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wird ihm Vorteilsnahme zur Beeinflussung vorgeworfen. Genauso wie Marco Tittler gilt Rüdisser als Beschuldigter.

Dass Tittler nun - ohne ein Ergebnis der WKStA abzuwarten - zum neuen Obmann gewählt wurde, dürfte wohl auch in den eigenen Reihen für Verwunderung gesorgt haben. Nach Bekanntwerden der Inseratenaffäre folgten zahlreiche Austritte, das Fernbleiben von rund 150 Delegierten - immerhin 52 waren erschienen - zeugt nicht gerade von großer Zufriedenheit und Begeisterung der Mitglieder.

Keine geschlossenen Reihen

Vom viel zitierten Neuanfang ist weit und breit nichts zu sehen. Und hinter vorgehaltener Hand wird bereits kräftig über Tittler gelästert: Dieser sei besser beraten, sich auf seine Aufgaben als Landesrat zu konzentrieren. An der jüngsten Lachnummer der ÖVP - Häuslebauern sollte ein zinsloser Kredit zur Verfügung gestellt werden, damit diese die Hürde Eigenkapitalquote besser nehmen können - sei Tittler als Wohnbaureferent ja nicht ganz unbeteiligt und wäre ebenso wie der Landeshauptmann von der Finanzmarktaufsicht zurückgepfiffen worden.

Einen geeinten und starken Wirtschaftsbund zu formen dürfte in jedem Fall keine leichte Aufgabe sein - ganz unabhängig davon, wie die Ermittlungen der WKStA für alle Beteiligten enden. 

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