In den meisten Branchen sind nach harten Lohnverhandlungen - immerhin haben wir die höchste Inflationsrate seit 70 Jahren - einvernehmliche Abschlüsse vereinbart worden. Egal, ob Metaller, Sozialarbeiter, Beamte oder im Handel - sowohl Unternehmer als auch Gewerkschafter haben die Straße der Vernunft nicht verlassen.
Mit einer Ausnahme: Eisenbahner-Gewerkschafter und vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit. Er will allen anderen beweisen, wie man noch härter den „Django“ spielen kann. Er will offensichtlich 2023 ÖGB-Präsident werden. Da müssen halt einmal eine Million Pendler, Schüler, Arbeitnehmer etc. auf kalten Bahnhöfen stehen, wo keine Züge fahren - klare Ziele fordern auch Opfer.
Den Gipfel der Show lieferte Hebenstreit im TV: Mit treuherzigem Blick verwies er auf das unbarmherzige Schicksal der Eisenbahner, diese müssten bei Tag und Nacht Züge betreuen und bekämen lächerliche 1300 Euro dafür.
Das war der Höhepunkt von Hebenstreits Märchenstunde. Denn wie viele Nacht-Zugbegleiter dieser Art gibt es? 165 - bei rund 40.000 ÖBB-Bediensteten! „Typisch“ schaut anders aus. Mit so einem Trick hat man seinerzeit auch die Frühpensionierungen bei den ÖBB durchgesetzt: Die Heizer hätten es halt gar so schwer - dieses Privileg blieb, als längst mit Diesel und Strom gefahren wurde. Hätte Hebenstreit das ÖBB-Angebot akzeptiert, würde kaum ein ÖBBler mehr unter 2000 Euro monatlich (inkl. Zulagen) verdienen.
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