Schnarchen

Wenn es nachts im Schlafzimmer laut ist

Gesund Konkret
25.11.2022 05:00
Porträt von Wolfgang Exel
Von Wolfgang Exel

Die überaus lästigen Geräusche beim Atmen können vollkommen harmlos, aber durchaus auch gefährlich sein, wie HNO-Facharzt Dr. Stefan Edlinger informiert.

Schnarchen ist nicht gleich Schnarchen! HNO-Facharzt Dr. Stefan Edlinger über den Unterschied: „Harmlos ist das typische, störende Geräusch aus den oberen Atemwegen. Also aus dem Bereich von der Nasenspitze bis zu den Stimmbändern. Durch ein- und ausströmende Luft werden Anteile dieser Region zum Vibrieren bzw. Flattern gebracht, wodurch der Lärm entsteht.“ Davon abzugrenzen ist laut unserem Experten das sogenannte obstruktive Schlafapnoesyndrom: „Dabei kommt es durch eine Unterbrechung des Luftpolsters gleichsam zu einem Kollaps des Gewebes. Dieser löst in der Folge gesundheitsschädliche, mitunter sogar lebensgefährlichen Atempausen aus.“

Luft fließt schneller - Geräusch wird lauter
Im Wesentlichen wird das Ausmaß des Schnarchens einerseits von der Geschwindigkeit bestimmt, die der Luftstrom durch enge Atemwege erreicht, andererseits durch schlaffes Gewebe. Dr. Edlinger: „Umso schmaler der Durchmesser ist, desto schneller fließt der Luftstrom. Je größere Steine man in einen Bach wirft, desto enger wird er, und umso lauter wird man das Rauschen hören. Erschlafftes Gewebe im Mund- und Rachenraum wird durch den beschleunigten Luftstrom zum Flattern gebracht.“

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Selbst beeinflussen lassen sich Risikofaktoren wie Übergewicht und vermehrter Alkoholkonsum.

Dr. Stefan Edlinger, HNO-Facharzt

Was Sie tun können, wie der Arzt hilft
Schnarchen ist kein Schicksal, das man einfach hinnehmen muss. Es gibt dafür nämlich klare Ursachen, wie Dr. Stefan Edlinger erklärt: „Selbst beeinflussen lassen sich Risikofaktoren wie Übergewicht und vermehrter Alkoholkonsum. Der Arzt kann bei behinderter Nasenatmung (verkrümmte Scheidewand, Polypen) sowie vergrößerten Mandeln (Gaumen, Zungengrund, Rachen), Kieferfehlstellungen und eventuell auch bei schlaffer Muskulatur der oberen Atemwege helfen.“

Therapieansätze gibt es viele. Der HNO-Facharzt: „Dazu zählen Medikamente zur Verbesserung der Nasenatmung, spezielle Schienen, Vermeidung von Rückenlage beim Schlafen, bei Bedarf Gewichtsreduktion und operative Behandlungsmöglichkeiten. Bei Schlafapnoe bewähren sich CPAP-Masken.“ Konkret rät Dr. Edlinger, die Entscheidung dem Facharzt zu überlassen: „Bei Operationen wird versucht, mehr Platz zu schaffen (Verkleinerung von Fettpolstern im Rachen) und flatterndes Gewebe zu stabilisieren. Übungen, die man auch als ,Schnarchtraining‘ bezeichnen kann, stärken die Rachen- und Gaumenmuskulatur.“

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