Missbrauch in Bayern

Zwangsprostitution: 32 Monate Haft für Priester

Ausland
21.11.2022 16:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Priester in Bayern hat Jugendliche sexuell missbraucht und sie in seinem Schlafzimmer zu Sex mit Freiern gezwungen. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte ihn daraufhin zu zwei Jahren und acht Monaten Haft. Zudem wurde angeordnet, den Mann in einer Entziehungsanstalt unterzubringen.

Die Straftaten beging der Priester bereits in den Jahren 2019 und 2020. Er sei in einschlägigen homosexuellen Dating-Foren unterwegs gewesen und habe sich dort als junger Mann ausgegeben, berichtete die Kathpress. In mindestens 14 Fällen hat der Priester die Jugendlichen als Prostituierte arbeiten lassen, ihnen Freier vermittelt und sein Schlafzimmer in einer Wohnung in Fürth vermietet. Die sexuellen Handlungen hat er dann fotografiert und gefilmt - ohne dass seine jungen Opfer davon gewusst haben. 

Wollte pornografische Inhalte entsorgen
Der Täter soll keinen Seelsorgeauftrag mehr gehabt, sondern in Fürth als Ruhestandsgeistlicher gelebt haben. Das gab der Sprecher der Erzdiözese Bamberg, Harry Luck, an. Der Mann war bereits Ende August 2020 festgenommen worden. Bei einer Hausdurchsuchung ertappten ihn Polizistinnen und Polizisten dabei, wie er Speichermedien mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten in der Toilette entsorgen wollte. Daraufhin kam er für vier Monate in Untersuchungshaft.

Am 16. Juni 2021 wurde der Priester schließlich in erster Instanz verurteilt. Die Richterinnen und Richter in Nürnberg-Fürth gaben jedoch einer Berufung des Mannes statt und milderten die Gesamtstrafe um vier Monate Haft ab. Mittlerweile ist das Urteil rechtskräftig.

Alkoholkrank und therapiebedürftig
Der Geistliche zeigte sich geständig und leistete bereits Zahlungen an mehrere Betroffene. Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte ihm Alkoholabhängigkeit. Ohne eine Therapie gehe von dem Mann weiter Gefahr aus, hieß es. Der Fürther Dekan Andre Hermany sprach in einer ersten Reaktion am Montag von einem „abscheulichen Fall“. Alle Verantwortlichen seines Bezirks seien entsetzt.

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