„Chirurgisch genau“

„Putins Koch“ gibt Einmischung in US-Wahlen zu

Ausland
07.11.2022 14:14
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der russische Geschäftsmann und Chef der Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat eine Einmischung in US-Wahlen zugegeben und erklärt, dies auch künftig zu tun. „Wir haben uns eingemischt, wir mischen uns ein und wir werden uns weiterhin einmischen. Sorgfältig, genau, chirurgisch und auf unsere eigene Weise, da wir wissen, wie es geht“, schrieb Prigoschin am Montag in einem Eintrag in dem Online-Netzwerk VKontakte.

„Während unserer punktgenauen Operationen werden wir beide Nieren und die Leber auf einmal entfernen“, fügte er hinzu, ohne die Äußerung zu erläutern. In den USA werden bei den Zwischenwahlen am Dienstag, den „Midterm Elections“ ein neuer Kongress sowie zahlreiche Gouverneure gewählt und Tausende weitere politische Ämter auf Bundesstaats- und Kommunalebene vergeben. Die Demokraten und damit Präsident Joe Biden könnten dabei ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren.

Gründer der Gruppe Wagner
Prigoschin ist auch bekannt als „Putins Koch“. Seine Cateringfirma hat mehrere Verträge mit dem Kreml. Jahrelang hielt er sich im Hintergrund. Erst seit kurzem rückte er verstärkt in die Öffentlichkeit, unter anderem mit Kritik an russischen Generälen wegen deren Kriegsführung in der Ukraine. Im September gab er zudem zu, Gründer der Kreml-nahen Wagner-Truppe zu sein, die in Syrien, der Ukraine und Afrika aktiv ist. Sein Name steht auf Sanktionslisten der Europäischen Union, Großbritanniens und der USA.

Im Juli setzte das US-Außenministerium eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar aus für Informationen über Prigoschin im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Einmischung in US-Wahlen. Er ist die erste Person, die sich mit solchen Vorwürfen konfrontiert sieht und eine Einflussnahme zugibt.

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