Gute Nachrichten am Weltspartag: Die Zinsen sind im Steigen begriffen. Es gibt jedoch auch schlechte Nachrichten - denn es könnte noch nicht der richtige Zeitpunkt sein, sein Erspartes auf die Bank zu bringen.
Am 31. Oktober wollen Kreditinstitute am Weltspartag mit Geschenken wieder in die Filialen locken. Erstmals seit einigen Jahren sind die Zinsen auch wieder im Steigen begriffen. Die Europäische Zentralbank hat seit Sommer die Leitzinsen mehrmals erhöht - das ist für Konsumenten allerdings vorerst nur bei Krediten spürbar. Eine Erhöhung der Sparzinsen wird aber erst mit einer Zeitverzögerung erfolgen, wie der Bankenexperte Bernd Lausegger vom Verein für Konsumenteninformation im Ö1-„Morgenjournal“ erklärt: „Da muss man leider sagen, dass sich teilweise überhaupt nichts bewegt hat.“
Ein Vergleich der verschiedenen Angebote lohnt sich. Es gibt starke Unterschiede bei fixen Sparzinsen, die sich je nach Laufzeit im Bereich von 0,01 und drei Prozent bewegen, wie das Vergleichsportal Durchblicker erhob. Es könne sich lohnen, noch etwas zuzuwarten, bis man eine Bindung eingeht. „Wenn ich mich jetzt binde, binde ich mich zu einem niedrigen Zinssatz und die Zinsen steigen weiter“, gibt Lausegger zu bedenken. Er rät dazu, die Entwicklung noch etwas weiter zu beobachten.
Sparbuch bei Banken sehr unbeliebt
Wer auf das Sparbuch setzen möchte, ist vor allem bei Online-Banken gut aufgehoben. „Es ist zu hoffen, dass es künftig beim Sparen wieder mehr Wettbewerb unter den Banken geben wird“, so Finanzexperte Christian Prantner von der Arbeiterkammer. Das Angebot sei in der Nullzinsenphase ausgedünnt worden. Einige Banken hätten nur Bestandskunden gewährt, ein Sparbuch zu eröffnen - auch künftig könnte das noch schwierig sein. Kreditinstitute wollen lieber einen Fondssparplan verkaufen, weil da höhere Provisionen und Gebühren zu holen sind. Bei Wertpapieren sind das Depot- und Kaufgebühren, bei aktiv gemanagten Fonds erhalten die Banken darüber hinaus auch laufend Provisionen in Form von „Kick-Backs“.
Experte: „Sparen ist zum Luxusgut geworden“
Für viele Österreicher sind solche Überlegungen derzeit ohnehin kein Thema: Die hohe Inflation und die Teuerungswelle macht es für zahlreiche Menschen unmöglich, etwas Geld beiseitezulegen. „Sparen ist zum Luxusgut geworden“, so Clemens Mitterlehner, Geschäftsführer der ASB Schuldenberatungen GmbH. Besonders betroffen seien Personen mit niedrigem Einkommen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.