Grüne Ministerin, grüne Nationalrätin, da müsste für Kärnten doch mehr drinnen sein. Aber der Wörthersee wird zum Durchhaus.
Nennen Sie bitte irgendein Platzerl in Österreich, für das die Bezeichnung „touristisches Zentrum“ besser passen würde als für den Wörthersee. Hierher kommen Menschen aus aller Herren Länder zu einem „Urlaub bei Freunden.“ Da ist es ein bisserl blöd, wenn ihnen die Züge dieser Freunde den Schlaf rauben. Und den Freunden selbst auch.
Güterbahnverkehr am Wörthersee
Wenn die Koralmbahn 2025 oder 2026 ihren Betrieb aufnehmen wird, droht der Wörthersee das zu werden, was Inntal und Brenner für Lkw sind: ein unerträgliches Durchhaus.
Gemach, gemach, werden Sie sagen. Wir Kärntner wollen ja eh eine Gütertrasse abseits des Sees und ÖBB und Verkehrsministerin werden uns nicht hängen lassen. Weit gefehlt! Knackige 19 Milliarden sieht der Rahmenplan der ÖBB bis 2028 vor, aber kein Cent davon ist für die Planung einer Güterbahntrasse abseits des Wörthersees budgetiert.
Gemach, gemach, werden Sie wieder sagen. Wir haben eine grüne Verkehrsministerin und eine Nationalratsabgeordnete und grüne Landeschefin. Leonore Gewessler und Olga Voglauer werden das Kind schon schaukeln. Voglauer wird ihrer Parteifreundin ins Gewissen reden, dass Kärnten die Gütertrasse braucht. Wie auch den Sicherheitsausbau der S 37, den Gewessler ebenfalls gekippt hat. Vielleicht bei einem Smoothie im Parlamentsbuffet. Eine Kärntner Nationalrätin einer Regierungspartei, was Besseres gibt’s nicht. Eine grüne Achse für Kärnten sozusagen.
Voglauers Prioritäten
Wären da nicht jene Aussagen, die Voglauer zur „Krone“ tätigt. Etwa: „Die Landesregierung ist gefordert, nicht die außerparlamentarische Opposition.“ Oder: „Ich sehe die Prioritäten woanders.“ Oder auch: „Die Gütertrasse ist eh nicht der Weisheit letzter Schluss.“ Daher sei es vernünftig, nun verstärkt den Lärmschutz entlang des Wörthersees auszubauen.
Ähnliches gilt für die S 37. Unter Hinweis auf das ungelöste Problem der Engstelle bei Zwischenwässern meint Voglauer, es sei besser, die von Gewessler angebotenen 150 Millionen für die Optimierung der Bestandsstrecke zu nehmen.
Unterdessen regt sich immer mehr Widerstand. Die Initiative „Stopp Bahnlärm“ hat sogar einen Energiespartipp für Gewessler. „Güterzüge, die von Klagenfurt nach Villach rattern, sollen ihr Tempo auf 50 km/h reduzieren. So könnte man den gesundheitsschädlichen Lärm auf die Grenzwerte drücken“, so Obmann Herbert Zankl-Omann.
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