Der Klimawandel unterstützt die Aktivität der gefährlichen Blutsauger. Mediziner im Burgenland raten zur FSME-Impfung und zur raschen Entfernung nach jedem Biss, um Infektionsrisiken zu verringern.
Insgesamt 15 Zecken fand eine Wochenendhausbesitzerin in Rechnitz nach der Gartenarbeit auf ihrem Körper, wie sie der „Krone“ geschockt berichtete. Die Zeckensaison hat begonnen, weiß auch Ärztekammer-Vizepräsident Michael Schriefl: „Die Zecken sind heuer schon sehr früh dran. Da wir im Burgenland Epidemiegebiet für FSME sind, ist die Impfung wirklich wichtig.“
Ob die frühe Aktivität der Spinnentiere ein Hinweis auf eine stärkere Zeckensaison sein könnte, lässt sich derzeit laut Gesundheitsministerium nicht sagen. Die kleinen Quälgeister krabbeln jedenfalls bereits ab 8 Grad Celsius herum. Astrid Pfeifenberger, Allgemeinmedizinerin in Oberwart, bemerkt oft Unvermögen seitens der Patienten: „Dass ich mit 4 bis 5 Zecken heimkomme, wenn ich mit meinen Hunden spazieren gehe, ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist, dass immer weniger Menschen sich selbst einen Zeck herausholen können. Da wird zum Teil einfach ein Pflaster darübergeklebt.“ Die Zecken sollten immer so schnell wie möglich entfernt werden. Bleibt der Kopf drin, sollte ihn ein Arzt entfernen.
Ungewöhnlich ist, dass immer weniger Menschen sich selbst einen Zeck herausholen können. Da wird zum Teil einfach ein Pflaster darübergeklebt
Astrid Pfeifenberger, Allgemeinmedizinerin in Oberwart
Vermutlich ist es der guten Durchimpfungsrate zu verdanken, dass es im Vorjahr lediglich einen FSME-Fall im Burgenland gegeben hat. Zecken können Menschen allerdings mit zehn verschiedenen Krankheiten infizieren. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) überwacht die Situation: Demnach übertragen etwa 20 Prozent der Zecken Borreliose. Wird eine Zecke nicht entfernt, verteilen sich die Borrelien nach etwa ein bis zwei Tagen im menschlichen Blutkreislauf. Die Zecken sind ab Februar aktiv.
Es gibt 18 heimische Arten, die häufigsten sind gemeiner Holzbock, Auwaldzecke und Reliktzecke. Voriges Jahr wurden auch 9 Riesenzecken (Hyalomma) gezählt, die teils aus dem Ausland eingeschleppt wurden. Wer die Erfassung der Arten unterstützen möchte, kann tote Exemplare mit Klebestreifen auf Papier fixiert in ein Briefkuvert für Gefahrgut (bei der Post) stecken und an die AGES (Währinger Straße 25a, 1090 Wien) schicken. Lebende Zecken können dort, ausbruchssicher verpackt, auch zur Bestimmung abgegeben werden.
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