Spar-Tipps

Was Gemeinden in der Energiekrise noch tun können

Vorarlberg
25.10.2022 16:30
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Im Kampf gegen die Energiekrise reduzieren Gemeinden ihre Strom- und Gaspreise nicht nur, um die dadurch entstehende hohe finanzielle Belastung zu reduzieren. Sie sind vor allem auch als „gute Beispiele“ für die Bevölkerung relevant. Kurzfristig haben bereits viele Gemeinden Maßnahmen ergriffen. Doch es gibt noch einiges, was sie längerfristig tun können.

Die Gemeinden verbrauchen nur fünf Prozent der Vorarlberger Gesamtenergiemenge. In Summe sind sie also nicht die „Gamechanger“, um dem Energiewandel oder einer Energiekrise etwas entgegenzusetzen. Als Vorbilder fallen sie aber sehr stark ins Gewicht. Im Kampf gegen die hohe finanzielle Belastung durch die explodierenden Gas- und Strompreise gehen viele deshalb auch mit gutem Beispiel voran.

Raumtemperatur absenken, Standby-Verbräuche reduzieren und Co.
Erst vor Kurzem hat das Energieinstitut Vorarlberg für das Land und den Vorarlberger Gemeindeverband eine Broschüre mit Tipps erarbeitet, wie sich vor allem kurzfristig und ohne großen finanziellen Aufwand Energie einsparen lässt. Dazu zählt etwa das Herunterfahren der Raumtemperatur in Büroräumen, ein weiteres Absenken in der Nacht und an Wochenenden, eine Reduktion der Innenraum- und Außenraumbeleuchtung auf das Notwendige oder auch der Standby-Verbräuche.

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Hallenbäder, Flutlichtanlagen, Straßenbeleuchtung und Bibliotheken zählen zu den Energie-Großverbrauchern in den Gemeinden.

Gregor Sellner vom Energieinstitut Vorarlberg

Gerade bei den kommunalen Einrichtungen und Anlagen, die zu den Energie-Großverbrauchern zählen, machen sich die hohen Gas- und Strompreise deutlich bemerkbar. Zu diesen zählen etwa die drei Hallenbäder im Land, Bibliotheken, Eislaufhallen oder Flutlichtanlagen auf Sportplätzen etc. und natürlich die Straßenbeleuchtung.

52 von 96 Vorarlberger Kommunen sind e5-Gemeinden
Den Kommunen ist das bewusst, sagt Gregor Sellner vom Energieinstitut Vorarlberg (EIV). 52 der 96 Gemeinden sind aktiv im e5-Programm. Das heißt, sie setzen alles daran, energieautonom zu werden. Einige von ihnen haben mittlerweile sogar die höchste Zertifizierung mit fünf „e“ erreicht. Dazu zählen etwa Götzis oder die sechs Gemeinden des Großen Walsertals. Mit den im Rahmen von e5 gesetzten Maßnahmen gehen selbstverständlich auch Maßnahmen einher, die Verbräuche reduzieren.

Ein Beispiel ist etwa das Umrüsten der Straßenbeleuchtung auf LED. Sellner nennt eine sensorgesteuerte LED-Beleuchtung als die „Optimallösung“. „Man muss sich das so vorstellen: Fährt kein Auto auf der Straße, ist die Beleuchtung abgedimmt. Nähert sich ein Fahrzeug, fährt die Beleuchtung jeweils zwei bis drei Straßenlaternen davor hoch. Als Autofahrer bemerkt man den Effekt nicht“, erklärt der Energieexperte die Funktionsweise. Gemeinden wie Hard und Wolfurt wenden diese Variante bereits an.

Aber auch sonst gibt es noch einige Potenziale, die sich in den Gemeinden mittel- bis langfristig heben lassen, um den Verbrauch von Strom oder Gas zu reduzieren. 

Tipps vom Energieexperten

Heizungsoptimierung: Davon erwartet sich Energieexperte Georg Sellner die größten Auswirkungen. Dabei geht es nicht nur um die Optimierung der Heizeinstellung, etwa das Herunterfahren der Temperatur am Abend und an Wochenenden. Kontrollierte Be- und Entlüftungsanlagenbringen 15 bis 20 Prozent Energieeinsparung, wenn sie richtig eingestellt sind. Ein hydraulischer Abgleich des Heizungssystems birgt weitere Einsparungspotenziale. Es geht dabei darum, zu überprüfen, ob alle Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Andernfalls müsste das Heizsystem mehr Energie aufwenden.

Umwälzpumpen in der Heizung: Mittlerweile gibt es sehr energieeffiziente Umwälzpumpen für Heizanlagen. Diese einzubauen, macht Sinn. Das kostet natürlich, allerdings „nicht die Welt“.

Dämmung: Was die Gemeinden brauchen, ist Zeit und Material und gar nicht unbedingt Handwerker. In Obergeschossen oder im Kellern alter Gebäude Dämmmaterial wie Wolle auszurollen, bringt auf jeden Fall einiges.

Wärme aus Abwassernutzung: Das klingt wie Zukunftsmusik, ist aber bereits möglich. Man duscht sich mit 35 Grad warmem Wasser, es fließt in den Abfluss und weg ist es. Der hohe energetische Aufwand im Boiler oder der Warmwassertherme ist im Nu zunichtegemacht. Erste Ansätze, dieses Abwasser für die Wärmegewinnung zu nutzen, gibt es in Oberösterreich.

Fassadenintegrierte PV-Anlagen: Sie haben ihren klaren Vorteil im Winter. Wenn Dachanlagen wegen der flacheren Sonneneinstrahlung weniger Leistung erbringen, haben die vertikalen PV-Anlagen an der Fassade die perfekte Lage.

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