Am Landesgericht Feldkirch ist gestern ein 21-jähriger Nigerianer zu einer teilbedingten Gefängnisstrafe von 16 Monaten verurteilt worden. Urteil nicht rechtskräftig.
„Momentan wird die Staatsanwaltschaft mit solchen Verfahren regelrecht geplagt“, stellt Manfred Bolter als öffentlicher Ankläger im Eröffnungsplädoyer fest. Das Internet biete eine Fülle an Betrugsmöglichkeiten. Wo das Geld dann lande und wo die eigentlichen Täter sitzen, würden „nur die Götter wissen“. Eines sei jedoch klar: „Die großen Betrüger sind die Drahtzieher. Der Angeklagte hat zwar nur eine Provision bekommen. Trotzdem gehört der Beschuldigte zur Betrugsgruppe.“
Ein lukratives Nebeneinkommen
Der in Vorarlberg lebende Nigerianer hatte sich ein lukratives Nebeneinkommen gesichert, indem er in Litauen ein Konto eröffnete und zusätzlich sein Privatkonto in Vorarlberg zur Verfügung stellte. Über die Konten wurden folglich illegale Gelder transferiert, der Nigerianer erhielt dabei eine Provision von zehn Prozent des Überweisungsvolumens.
„Den Auftrag dazu habe ich vom Ex-Freund meiner Cousine, einem in Italien lebenden Nigerianer, erhalten“, behauptet der 21-Jährige. Den Kontakt habe er auch einem klammen Kumpel weitergegeben. Auf die Frage des Richters, ob er denn geglaubt habe, dass diese Überweisungen sauber seien, antwortet er: „Ich habe nicht gedacht, dass das Geld aus kriminellen Kreisen stammen könnte.“
Ich habe nicht gedacht, dass das Geld aus kriminellen Kreisen stammen könnte.
Der Angeklagte
Schaden in Höhe von rund 70.000 Euro
Der Staatsanwalt spricht von einem Schaden in Höhe von rund 70.000 Euro. Nach kurzer Beratung des Schöffensenats verurteilt der vorsitzende Richter den Angeklagten zu 16 Monaten teilbedingter Haft, 14 davon auf Bewährung. Nachdem der Nigerianer bereits zwei Monate in U-Haft verbüßt hat, muss er nicht einsitzen. Zuschulden kommen lassen darf sich in der Bewährungszeit allerdings nichts.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.