„Als ich die Geige das erste Mal in der Hand gehalten habe, hatte ich das Gefühl, als ob sie singen würde“, ist Jisoo Lee überwältigt. Seit einer Woche darf die 26-jährige Musikerin eine Guadagnini-Geige spielen, die im Jahr 1750 in Mailand gebaut worden ist.
Im Wettbewerb durchgesetzt
Das 270 Jahre alte Instrument, das ähnlich berühmt und wertvoll ist wie eine Geige von Antonio Stradivari, befindet sich seit kurzem im Besitz der Linzer Bruckneruni. In einem Wettbewerb wurde entschieden, wer das Instrument ein Jahr leihweise nützen darf. Jisoo Lee aus Südkorea, die hier studiert, setzte sich durch. „Damit erfüllt sich ein Traum!“, sagt sie überglücklich.
Was macht sie so edel?
Eine Geige, besonders eine historische, ist viel mehr als ein Holzobjekt: „Jedes Instrument hat seine Eigenheiten und Feinheiten“, sagt Lee, die sich gerade in der „Kennenlernphase“ sieht: „Ich will ihren Klang erforschen und alle Erfahrungen spüren, die sie bereits gemacht hat.“
Derzeit versucht die Musikerin abzustecken, welche Saiten und Kompositionen am besten passen. „Diese Geige hat eine Menge Kraft und Energie. Man hört, dass sie sehr stark ist, aber sie bringt trotzdem immer Wärme und Tiefe mit, was sie so edel macht.“ Auch heimische Konzertbesucher werden von der kostbaren Violine profitieren, denn Lee spielt seit kurzem die Zweite Geige im Bruckner Orchester.
Violinen von Giovanni Guadagnini haben übrigens auf Weltbühnen große Bedeutung, auch David Garrett oder Vanessa Mae spielen darauf.
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