Während Landeshauptmann Wallner auf EU-Ebene für Wasserkraftwerke kämpft, sehen die Grünen entspannt der UVP-Novelle entgegen.
Sie soll grün sein, erneuerbar, sauber und günstig: Die Energie, mit der sich Vorarlberg in Zukunft versorgen will. Beim Fachforum Energieautonomie+ 2030, das am Mittwoch im Feldkircher Montforthaus über die Bühne ging, diskutierten rund 60 Experten und Expertinnen über die weiteren Schritte zur Erreichung der hehren Umweltziele. Der Krieg in der Ukraine und die daraus resultierende Energiekrise stand dabei natürlich im Mittelpunkt.
Für Daniel Zadra (Grüne) ist klar, dass die Energieautonomie die logische Konsequenz aus der derzeit herrschenden Abhängigkeit von Russland ist. Wesentlich für diese Autonomie ist - nicht nur für Zadra - das von den illwerken geplante Pumpspeicherkraftwerk Lünersee II, das die Rolle einer „Superbatterie im Gebirge“ übernehmen soll. Dass sich Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) gerade auf EU-Ebene für eine Verkürzung der Genehmigungsverfahren für Wasserkraftwerke einsetzt, beobachtet Zadra mit einer gewissen Gelassenheit, sei in einer geplanten UVP-Novelle ohnehin ein „fast track“ auch für solche Kraftwerke vorgesehen. Vergebene Liebesmüh in Brüssel also? „In mir findet man immer einen Mitstreiter, um die erneuerbare Energie voran zu bringen“, antwortet Zadra diplomatisch. Mit der Novelle sei man aber einfach schon einen Schritt weiter.
Die Windenergie- Diskussion wurde hier bisher recht ideologisch geführt, das hat sich geändert.
Landesrat Daniel Zadra
Ebenfalls am Energieautonomieforum thematisiert wurden die Quellen der neuen, sauberen Energie. So fiel etwa der Satz „Wo die Sonne scheint und der Wind bläst, liegt die Zukunft der Energieversorgung.“ Doch gilt das auch für das Ländle, immerhin steht hier kein einziges Windrad? Zadra sieht die Windenergie auch in Vorarlberg als Teil der Energiewende: „Nicht überall wird ein Windrad gebaut werden, an einigen, wenigen Standorten aber schon“, meint er.
In wenigen Wochen sollen die Ergebnisse einer Windpotenzial-Karte für Vorarlberg am Tisch liegen, dann können Standorte festgelegt werden. An den Anblick eines Windrads in unmittelbarer Nähe können sich manche Vorarlberger übrigens recht bald gewöhnen: Im schweizerischen Rheintal soll nämlich demnächst ein Windrad aufgestellt werden - gut sichtbar auch aus Höchst oder Lustenau.
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