Oberösterreichs Fußball-Präsident Gerhard Götschhofer über das Aufreger-Schreiben seines Verbandes, die jünsgten Nachwuchs-Eklats und den für ihn richtigen Umgang mit Problemklubs . . .
Krone: Herr Präsident, weil ein OÖFV-Vorstand an Vereine appellierte, „unerfreuliche Vorkommnisse“, wie er die jüngsten Skandale im Nachwuchs nannte, nicht mehr öffentlich zu machen, sondern nur noch intern zu behandeln, wird zum Teils sogar der Rücktritt Ihres Vorsitzenden der Kommission Sport gefordert.
OÖFV-Präsident Gerhahrd Götschhofer: Vorweg muss ich den Stefan Hochreiter in Schutz nehmen! Er ist ein äußert engagierter, rühriger, verdienstvoller und erfolgreicher Funktionär vom SK Bad Wimsbach. Einem unserer Vorzeigevereine.
Um den es hier aber nicht geht. Sondern um den Verband. Der das Bewusstsein für Fehlentwicklungen schärfen sollte, diese aber nicht ins hinterste Kämmerchen verbannen.
Ich bin auf Urlaub auf Réunion, habe mit dem Stefan noch nicht gesprochen. Aber ich unterstelle ihm, dass er keine Vertuschung gemeint hat, sondern das Beste für den Fußball. Dem natürlich jeder Wirbel schadet. Trotzdem muss man zu solchen Dingen stehen! Und jeder muss die auch veröffentlichen dürfen. Wobei ich eines trotzdem betonen möchte.
. . . nämlich?
Herr Hochreiter ist erst ein Jahr bei uns – und manchmal fast zu engagiert. Ich hatte mich schon diese Woche über ein Schreiben von ihm betreffend der Aufstockung der Landesligen geärgert – es gab keine Notwendigkeit, das jetzt zu verkünden. Darum ist es gar nicht schlecht, dass er jetzt eine Dachtel abbekommen hat.
Die ohne Konsequenzen bleibt?
Ja, weil ich von ihm überzeugt bin!
Wie stellen Sie sich den richtigen Umgang mit diesen oft in Aggressivität gipfelnden Auswüchsen vor, die leider selbst vor dem Nachwuchsfußball immer weniger haltmachen?
Dass wir uns etwas einfallen lassen. Mir hat gefallen, dass wir zuletzt mit drei Vereinen eine Mediation hatten. Denn wo gibt’s das, dass ein Verband so in die Gesellschaft eingreift und sagt, „Ich fang mir diese Leute zusammen?“ Ich war happy, auch damit, dass darüber berichtet wurde.
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