Es war immer einfach: Geht’s der Wirtschaft gut, braucht sie mehr Arbeitskräfte und stellt neue Leute ein. Wenn es schlechter läuft, wird Personal abgebaut. Doch diese simple Logik gilt jetzt nicht mehr.
Obwohl alle Indikatoren darauf hinweisen, dass die Auftragslage schlechter wird und die Konjunktur einbricht, haben wir so wenige Arbeitslose wie seit 14 Jahren nicht. Trotzdem mangelt es noch lange nicht an offenen Stellen, jeden Monat werden Rekordwerte gemeldet.
Die Erklärung dieser „verkehrten Welt“ lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Es gibt zu wenige Arbeitskräfte. Egal, ob große Firmen oder Klein- und Mittelbetriebe. alle können ein Lied davon singen, dass es unmöglich ist, geeignete Mitarbeiter zu finden.
Eine Ursache ist der demografische Wandel: Es kommen weniger Junge nach, die starken Jahrgänge der 60er-Jahre drängen in die Pension. Dazu büßen wir auch für Fehler im Bildungssystem. Denn viele der Arbeitslosen finden keinen Job, weil sie keine (passende) Ausbildung haben.
Ohne Zuwanderung hätten schon in den letzten Jahren viele Branchen kein Personal gefunden. Daran wird sich nichts ändern, außer dass der Wettbewerb um qualifizierte Migranten in Westeuropa ungleich härter geworden ist.
Man kann noch die Frauenquote in der Beschäftigung erhöhen, dazu braucht es eine bessere Kinderbetreuung. Und immer öfter werden - siehe Schulen - Pensionisten zurück in den Job gelockt.
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