27.09.2022 12:30 |

„Ring Nation“

Bürgerrechtler fordern Absetzung von Amazon-Show

Mehr als 40 Bürger- und Menschenrechtsorganisationen in den USA haben Amazon in einem offenen Brief aufgefordert, seine Sendung „Ring Nation“ abzusetzen. Sie befürchten, dass die Show „das gefährliche Netzwerk“ von Amazons Ring-Überwachungskameras „normalisieren und fördern“ könnte.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

„Ring Nation“, das am Montagabend in den USA Fernsehpremiere feierte, zeigt unterhaltsame virale Videos, die von den smarten Videotürklingeln und Überwachungskameras des zu Amazon gehörenden Unternehmens Ring aufgezeichnet wurden.

Die Ring-Geräte sind in den USA jedoch nicht unumstritten, arbeitet das Unternehmen dort doch bereits seit mehreren Jahren eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen - und das mitunter ohne Zustimmung der Nutzer oder richterlichen Beschluss, wie die Beantwortung einer Anfrage des Demokraten Edward Markey, Senator im US-Staat Massachusetts, Mitte Juli durch Amazon ergab.

Der Konzern räumte darin ein, allein seit dem 1. Juli dieses Jahres in elf Fällen ohne Zustimmung der Gerätebesitzer Videomaterial von Ring an US-Strafverfolgungsbehörden herausgerückt zu haben.

Organisationen fordern Absetzung von TV-Serie
In einem offenen Brief an die zu Amazon gehörende Fernsehproduktionsfirma MGM Television kritisiert die Non-Profit-Organisation MediaJustice daher, dass „Ring Nation“ versuche, „einem gefährlichen Produkt ein fröhliches Gesicht zu verleihen“. 40 weitere Organisationen schlossen sich der Kritik an.

„MGMs ‘Ring Nation‘ wird nicht nur die schädliche Nachbarschaftsüberwachung weiter normalisieren, sondern auch die Taschen eines Unternehmens füllen, das von der Kriminalisierung farbiger Gemeinschaften und der Überwachung des Aufenthaltsortes und der Handlungen von Millionen profitiert“, so MediaJustice weiter.

Eine dazugehörige Online-Petition, in der MGM aufgefordert wird, die Sendung abzusetzen, wurde einem Bericht von „TechCrunch“ zufolge bereits von rund 70.000 Menschen unterzeichnet.

„Nicht zum Lachen“
Auch Senator Markey sprach sich inzwischen gegen die Sendung aus. „Die Ring-Plattform hat zu oft übermäßige Polizeiarbeit und Überwachung zu einem realen und dringenden Problem für Amerikas Nachbarschaften gemacht, und Versuche, diese Probleme zu normalisieren, sind nicht zum Lachen“, sagte er dem „Hollywood Reporter“.

Amazon selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.

explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Kommentare lesen mit
Jetzt testen
Sie sind bereits Digital-Abonnent?



Vorteilswelt

Alle Magazine der Kronen Zeitung