Zuerst glaubte man, seinen Ohren nicht trauen zu können: Israels Nachbar Jordanien hatte sich an dem Abschuss der Drohnen aus dem Iran beteiligt.
Ist allein das schon ungewöhnlich, so ist die Bevölkerungsstruktur dieses kleinen Königreichs noch viel ungewöhnlicher: Etwa 60 Prozent der Einwohner sind Palästinenser, Nachkommen aus mehreren Flüchtlingswellen. Darüber hört man nichts, weil das Land eine erstaunliche Friedensinsel ist.
Jordanien kann man also einen Palästinenserstaat nennen, allerdings mit einem Nicht-Palästinenser an der Spitze: König Abdullah führt die Wurzeln seiner Dynastie auf Mekka zurück, ist Halbbrite, seine Frau Palästinenserin.
Der Monarch regiert als doppelter Landesvater: Für die angestammten Ostjordanier, Beduinen, ist er der Emir und für die palästinensische Geschäftswelt der Vorstandsvorsitzende. Diese Politik des Ausgleichs schafft ein gedeihliches Auskommen.
Dieses Bild zeigt, dass Palästinenser durchaus zu einem geordneten Staatswesen fähig sind, wenn man sie nicht als eine Manipulationsmasse gegen Israel aufhetzt. Natürlich sind sie wütend über das, was in Gaza passiert, aber froh, dieses Los nicht teilen zu müssen.
Jordaniens König ist auch Sachwalter der heiligen Stätten des Islam in Jerusalem. Vielleicht wird er noch eine größere Rolle spielen bei einer Lösung für die Palästinenser in Israels Machtbereich.
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