
Russland-Experte:
„Jetzt kommt es auf den langen Atem Europas an!“
„Wenn Europa in diesem Winter durchhält, kann es im innerrussischen Gebälk zu rumoren beginnen.“ Das ist die Einschätzung des Russland- und Ukraine-Experten Martin Sajdik gegenüber „Krone“-Außenpolitik-Redakteur Kurt Seinitz. Im Interview erklärt er die Wurzeln und Hintergründe des russischen Krieges in der Ukraine: Jetzt geht es um die Haltung Europas und Österreichs.
„Krone“: Der Krieg ist de facto schon ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland geworden. Über diesen beiden gibt es keine übergeordnete Autorität mehr, die dem Krieg Einhalt gebieten könnte, wie etwa Henry Kissinger 1973 in Nahost. Steht nicht zu befürchten, dass sich der Krieg daher gleichsam im Status eines Autopiloten weiter und weiter hinzieht?
Martin Sajdik: Den Faktor Europa nicht vergessen! Wenn es dem Kreml gelingt, im kommenden Winter die europäische Solidarität zu brechen, dann ist das richtig. Putin hofft, dass die Stimmung kippt und dass Europa aus der Solidaritätsfront aussteigt. Wenn die europäische Solidarität aber diesen Winter übersteht, hat sich der Kreml verspekuliert, und zwar gewaltig.
















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