Alarm im Attersee

Taucher geriet in 70 Metern Tiefe in Lebensgefahr

Oberösterreich
16.09.2022 17:37

Erneut gab es Freitag gegen 13 Uhr beim Tauchplatz „Ofen“ in Steinbach am Attersee in Oberösterreich einen schweren Tauchunfall. Ein Pole hatte in 70 Metern Tiefe Probleme bekommen und war während der Bergungsaktion ein zweites Mal untergegangen.

Eine fünfköpfige polnische Gruppe unternahm einen Tauchgang beim Einstieg „Ofen“ in Steinbach am Attersee (Bezirk Vöcklabruck), als einer der Männer in 70 Metern Tiefe plötzlich Probleme bekam. Ein zweiter Mann bemerkte dies und half ihm beim Auftauchen.

War bei Bewusstsein
Der 54-Jährige sank jedoch erneut ab, bevor die Taucher ihn gemeinsam an Land bringen konnten. Der Verunglückte war nach seiner Bergung bei Bewusstsein und wurde in die Unfallklinik Murnau (Bayern) geflogen, die über eine Druckkammer verfügt.

Laut ersten Informationen waren die Taucher für den Abstieg in die großen Tiefen entsprechend mit notwendigen Gasgemischen ausgerüstet. Sporttaucher, die nur mit Pressluft abtauchen, sollen maximal auf 40 Meter gehen und sich dort auch nur sehr kurz aufhalten, damit sie problemlos wieder auftauchen können bzw. keinen Tiefenrausch bekommen. 

Atemregler unter Wasser ausgespuckt
Warum der Pole in 70 Metern Probleme bekommen hatte - er habe offenbar nicht mehr auf Zeichen seines Kollegen reagiert -, ist noch unklar. Er atmete noch, spuckte beim Aufstieg aber seinen Atemregler aus. Ein 42-Jähriger steckte ihm seinen zweiten in den Mund, doch bei neun Metern Tiefe versank der 54-Jährige wieder, weil in seiner Tarierweste zu wenig Luft für den Auftrieb war. Sein Kamerad konnten ihn in etwa 35 Metern wieder erreichen und dann gab es einen unkontrollierten Aufstieg. Doch am Ufer war der Zustand des Patienten stabil, er wurde nach Murnau geflogen, weil die Druckkammer in Traunstein (Bayern) keine Kapazitäten hatte und ein Flug nach Graz wettertechnisch unmöglich war.

In der Druckkammer wird der Taucher wieder auf die Tiefe „gebracht“, in der der Unfall passierte, und dann taucht er kontrolliert wieder auf, damit die Gase, die sich im Blut gebildet haben, wieder abgebaut werden können.

Der Tauchunfall ist bereits der dritte in diesem Jahr beim Taucheinstieg „Ofen“. Vor zwei Wochen waren zwei Taucher nach einem Notaufstieg bewusstlos am Parkplatz gefunden worden. Im August war eine Tauchschülerin aufgrund eines Herzproblems während eines Tauchgangs in Unterach am Attersee ums Leben gekommen.

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