Die Betreiberin eines Schönheitssalons im Tiroler Kitzbühel wurde von einem Betrüger-Duo offenbar gehörig über den Tisch gezogen. Der Schaden durch dubiose „Kryptowährung-Geschäfte“ beläuft sich auf mehr als 400.000 Euro. Nun sind Rechtsanwälte eingeschaltet.
Eine Kitzbühelerin, die in der Gamsstadt einen Schönheitssalon betreibt, saß einem mutmaßlichen Betrüger-Duo auf. Dieses besteht aus Frau G. und Herrn T. (Namen redaktionell unkenntlich gemacht). Begonnen hat alles im Februar 2018. Damals betrat G. erstmals den Salon der Unternehmerin. Durch mehrere kosmetische Behandlungen entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den beiden Frauen.
Monatlich 15 Prozent an Zinsen versprochen
Diese Freundschaft nutzte G. aus und berichtete der Tirolerin von angeblich rentablen Investitionen bei T., in die sie selbst auch investiert habe und durch die sie stolze Gewinne erzielt habe. Versprochen wurden der Unternehmerin beispielsweise monatlich 15 Prozent an Zinsen durch die Veranlagung in Kryptowährung.
Zwischen dem Opfer und T. kam es auch zu zwei Treffen, bei denen der Tirolerin das Investment schmackhaft gemacht wurde.
Die Anzeigerin wurde laufend hingehalten und das Ausbleiben der Rücküberweisung mit vermeintlichen Problemen im Zusammenhang mit dem Auszahlungsprozess begründet.
Die Anwälte des Opfers
Anwälte eingeschaltet
In insgesamt fünf Tranchen überwies die Frau dann satte 400.710 Euro an das Unternehmen mit Sitz in London. Zu einer Auszahlung kam es freilich nie. Und auch die geforderte Rückzahlung des bereits investierten Geldes blieb aus.
„Die Anzeigerin wurde laufend hingehalten und das Ausbleiben der Rücküberweisung mit vermeintlichen Problemen im Zusammenhang mit dem Auszahlungsprozess begründet“, heißt es in der Sachverhaltsdarstellung, die die Anwälte des Opfers, Christina Gesswein-Spiessberger und Peter Ullmann von der Gesswein-Spiessberger Traxler GmbH & Co KG, an die Innsbrucker Staatsanwaltschaft übermittelt haben.
„Könnte noch weitere Geschädigte geben“
In dem Schreiben fordern die Anwälte die Staatsanwaltschaft auf, „den Sachverhalt auf seine strafrechtliche Tatbestandsmäßigkeit bzw. Relevanz zu prüfen“ und „die Verdächtigen sowie das Opfer einzuvernehmen“. Ob die Kitzbüheler Unternehmerin ihre enorme Geldsumme jemals wiedersehen wird, bleibt abzuwarten.
Im Gespräch mit der „Tiroler Krone“ mutmaßt die Anwältin, dass „es noch weitere Geschädigte geben könnte“. Sie hofft aus diesem Grund, dass sich diese aufgrund der Berichterstattung bei ihrer Kanzlei, die auch eine Sprechstelle in Kitzbühel hat, melden.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.