Eine Tiroler Pensionistin fühlt sich wie „unehrenhaft aus der Armee entlassen“. Sie wurde massiv hintergangen, bedroht, ungerecht behandelt und fordert nun die Wiederherstellung ihres Rufes. Alles begann mit einem Verhältnis ihres Partners mit einer 17-Jährigen.
Insgesamt 13 Jahre war die 62-Jährige mit einem 68-jährigen Tiroler zusammen. Die beiden verbrachten die meiste Zeit auf einer angemieteten Hütte in einer kleinen Gemeinde im Bezirk Schwaz. „Mit der Zeit lernten wir die Bewohner kennen, fühlten uns wohl. Wir wurden gefragt, ob wir dem dortigen Seniorenbund beitreten wollen – was wir taten“, schildert sie.
Der Ex hatte ein Verhältnis mit 17-jährigem Mädchen
Doch dann nahm die Beziehung plötzlich ein abruptes Ende: „Mein Ex-Lebensgefährte begann eine Liaison mit einer damals erst 17-Jährigen, die in der kleinen Gemeinde wohnte und die uns zuvor einige Male in unserer Hütte besucht hat.“
Die Pensionistin sei vor allem entsetzt darüber gewesen, „dass er sich eine Minderjährige ausgesucht hat“. Sie habe es als ihre Pflicht gesehen, „dem Vater des Mädchens, den ich ebenfalls kenne, alles zu erzählen – zum Schutz seiner Tochter. Sie war für mich keine Konkurrentin, sondern ein Mädchen, das ihr gesamtes Leben noch vor sich hatte“. Auch mit der 17-Jährigen selbst habe sie „mehrmals telefoniert sowie Nachrichten geschrieben. Sie räumte die Liaison ein. Er stritt es ebenfalls nicht ab, es folgte unsere Trennung“, sagt sie.
Ein freundlicher Inspektor gab mir den Rat, bei einer Freundin zu übernachten. Denn das Mädchen sei – vermutlich mit Absicht – auf der Achensee-Bundesstraße gegen die Tunnelwand gekracht und schwebe in Lebensgefahr.
Die betroffene Pensionistin
Drohungen am Telefon, Übernachtung bei Freundin
Wenige Wochen später erhielt die 62-Jährige einen Anruf vom Vater der jungen Tirolerin. „,Dich schlitz’ ich auf’, schrie er. Zudem drohte er damit, meinem Ex-Lebensgefährten Leid zuzufügen“, schildert die Frau, die daraufhin die Polizei alarmierte. „Ein freundlicher Inspektor gab mir den Rat, bei einer Freundin zu übernachten. Denn das Mädchen sei – vermutlich mit Absicht – auf der Achensee-Bundesstraße gegen die Tunnelwand gekracht und schwebe in Lebensgefahr. Schlussendlich überlebte sie den Unfall – zum Glück.“
Ich wurde auch von Personen, die ich gar nicht kannte, auf diesen Rausschmiss angesprochen.
Die betroffene Pensionistin
Das alles habe ihr den Boden unter den Füßen weggezogen, sie habe sich einige Tage bei ihrer Freundin einquartiert.
„Mein Ex-Lebensgefährte schrieb mir, dass ich schuld an allem sei. Der Bürgermeister der kleinen Gemeinde teilte mir schriftlich mit, dass er auf meine Mitgliedschaft im Seniorenbund wegen der Vorkommnisse keinen Wert mehr lege, er mich mit sofortiger Wirkung abgemeldet habe und mir den Mitgliedsbeitrag zurückschicken werde. Ich wurde auch von Personen, die ich gar nicht kannte, auf diesen Rausschmiss angesprochen. Ich fühle mich wie unehrenhaft aus der Armee entlassen, denn immerhin bin ich diejenige, die betrogen und schlecht behandelt worden ist“, sagt die Seniorin.
Wir haben diesen Schritt gesetzt, damit wieder Ruhe im Dorf und in unseren Seniorenbund einkehrt. Die Pensionistin kann jederzeit in ihrer Wohnsitzgemeinde dem Seniorenbund beitreten.
Der zuständige Bürgermeister
Heftige Panikattacken, Zittern, Schlafstörungen
Sie sei gesundheitlich angeschlagen. „Meine Panikattacken von früher sind wieder zurück, ich zittere ständig am gesamten Körper, habe Schlafstörungen und gehe nur mit Müh und Not außer Haus“, beschreibt sie. Die 62-Jährige möchte, dass durch eine Wiederaufnahme in den besagten Seniorenbund ihr Ruf wiederhergestellt werde, „um selbst und somit ehrenhaft aussteigen zu können“. Und sie verlange eine Entschuldigung seitens des Bürgermeisters.
Doch dieser betont gegenüber der „Krone“: „Wir haben diesen Schritt gesetzt, damit wieder Ruhe im Dorf und in unseren Seniorenbund einkehrt. Die Pensionistin kann jederzeit in ihrer Wohnsitzgemeinde dem Seniorenbund beitreten.“
„In Innsbruck willkommen!“
Auch Patrizia Zoller-Frischauf, Chefin des Tiroler Seniorenbundes, sei die Causa bekannt, da sie von der 62-Jährigen um Hilfe gebeten wurde. „Die Tirolerin kann sehr gerne dem Seniorenbund in Innsbruck beitreten, der sogar mehr Angebot bietet. Dieses neue Umfeld würde sie vielleicht von der wirklich unschönen Zeit, die sie erleben musste, ablenken“, bietet Zoller-Frischauf an.









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