Der Hochadel und allen voran Franz Joseph I. haben Bad Ischl zu viel Ruhm verholfen. Die Monarchie-Huldigung ist ein Touristen-Magnet, vielen geht sie aber zu weit.
Kogl-Warte statt Franz-Josephs-Turm, Koglschmarrn statt Kaiserschmarrn. Seit drei Jahren ist das Gasthaus Siriuskogl des Ischler Haubenkochs Christoph Held „kaiserfrei“. Wie berichtet, schmeckt dem Gastronomen der Hype um Kaiser Franz Joseph I. überhaupt nicht. Die Stadt werde nur auf den Monarchen reduziert, obwohl sie viel, viel mehr zu bieten hätte. Der Trubel rund um den Kaiser geht sogar dem „Bund ehemaliger Vierer Dragoner“ zu weit. Dabei marschieren die Mitglieder des Traditionsvereins zu Ehren des Kaisers an seinem Geburtstag sogar eigens in der Kurstadt auf.
Aufmarsch mit Säbel und 7000 Euro teurer Uniform
Dafür schlüpfen sie in 7000 Euro teure Uniformen mit Originalteilen aus der Kaiserzeit, auch der Säbel in der Gürtelhalterung darf nicht fehlen. „Bei uns steht das Aufrechterhalten der Tradition im Vordergrund. Beim Kaiserbummel sind wir nicht mehr dabei. Das ist ein Maskenzirkus, viele wissen gar nicht, was sie da anhaben. Auch die Kaisertage wären schön, wenn sie nicht so ausufern würden“, so Obmann Manfred Weickinger.
Kaiserwoche ist Touristen-Magnet
Für Wirtschaftsbund-Obmann Marcus Tulach ist Bad Ischl ohne den Kaiser unvorstellbar: „Wir verdanken ihm die DNA unserer Stadt, deren Motor jetzt der Tourismus ist. Und den mit der Debatte über die Abschaffung der Kaiser-Tradition ins Stocken zu bringen, halte ich für völlig falsch.“ Die Kaiserwoche ist ein touristischer Magnet, von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Ein weitere Attraktion sei die Kaiser-Villa. „So wie es in Wien das Schloss Schönbrunn ist. Darüber wird auch nicht diskutiert. Es ist ein Erbe, das wir ausleben müssen!“
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