Bregenzer Geschäftstreibende und Anrainer fordern per Petition Änderungen bei den Einfahrtsregeln in die neugestaltete Innenstadt.
Vorarlbergs größte Fußgängerzone hat nicht nur für Jubelrufe gesorgt - im Gegenteil: Insbesondere Geschäftsleute und Anrainer klagen derzeit recht laut über die neuen Spielregeln. Wer beispielsweise Waren in seinem Geschäft entgegennehmen will, kann dies nur an den Randzeiten tun. Sogar die Zufahrt zur Apotheke unterliegt den Beschränkungen. Für Missfallen sorgt auch der Wegfall vieler Kundenparkplätze. Zwar kann für satte 315 Euro eine Zufahrtsbewilligung erworben werden, diese jedoch gilt immer nur für ein bestimmtes Fahrzeug und ist nicht übertragbar.
Ich bin ein Fan von autofreien Zonen, aber das Ganze muss gut geplant und praktikabel sein. Hier wurde nicht einmal mit allen geredet.
Veronika Marte, ÖVP-Stadträtin in Bregenz
Protestrufe schallen auch aus der Oberstadt in Richtung Rathaus. Deren rund 800 Bewohner sehen sich vom Stadtzentrum abgeschnitten, da sie nicht mehr über die Kirchstraße fahren dürfen. Alternativ bietet sich nur der wesentlich längere Weg über die schmale Schlossbergstraße hinter dem Spital an - und der sei eben nicht für so viel Pkw geeignet. Der Wunsch der Anrainer: Römer- und Kirchstraße sollen wieder Begegnungszone werden.
Genau diese Forderung findet sich auch in der Petition wieder, die derzeit in verschiedenen Bregenzer Geschäften aufliegt und unterschrieben werden kann. Die unterzeichneten Wünsche bezüglich überarbeiteter Einfahrtsregeln in die Fußgängerzone sollen dann mit Monatsende an Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) übergeben werden.
Stadträtin Veronika Marte und ihre Mitstreiter von der Bregenzer ÖVP hatten im Vorfeld mehrfach Bedenken gegenüber dem Vorhaben geäußert - und auch Alternativvorschläge wie die Ausweitung von Begegnungszonen eingebracht. „Wir sehen uns bestätigt. Das Ganze war ein Schnellschuss und nicht sehr seriös geplant. Drei Monate Planungszeit waren viel zu wenig“, resümiert Marte. Dem Bürgermeister aber sei es aber nur um die Schlagzeilen gegangen. Und so hat Michael Ritsch zwar die größte Fußgängerzone Vorarlbergs, rundum zufriedene Bürger allerdings nicht.
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