Neuerlich gingen nur wenige Tage nach der Sintflut im Stubaital heftige Unwetter in Tirol nieder und lösten Murenabgänge aus. Wo gibt es weitere Gefahrenzonen? Die „Krone“ hat nachgefragt.
Aus dem Landhaus heißt es, dass „Tirol aufgrund seiner Topografie gerade in den Tälern immer wieder mit Naturereignissen konfrontiert ist“. Explizit eingeschränkt werden können diese natürlich nicht. Umso wichtiger sei daher die Vorsorge. „Im vergangenen Jahr wurden rund 49 Millionen Euro in Projekte der Wildbach- und Lawinenverbauung investiert, um allen voran bewohnte Gebiete vor Muren oder Lawinen zu schützen. Für den Hochwasserschutz wurden in den vergangenen zehn Jahren rund 170 Millionen investiert“, rechnen die Verantwortlichen vor.
Wie wichtig diese Verbauungen sind, habe das Stubaital gezeigt. „Dadurch konnte ein großer Teil des Geschiebematerials abgefangen werden.“ Wer wissen möchte, wo in Tirol weitere Gefahrenzonen lauern, dem empfehlen die Experten einen Blick auf die dafür eingerichtete Webseite mapsmobile.tirol.gv.at.
Gefahrenzonenpläne in Ämtern und im Internet
Dort finden sich die Gefahrenzonenpläne. „Sie enthalten Informationen über die bestehenden Gefährdungen und werden für Talgewässer von der Bundeswasserbauverwaltung und für Wildbäche von der Wildbach- und Lawinenverbauung erstellt.“ Doch auch offline sind die Karten einsehbar. Sie liegen in den Gemeindeämtern, Bezirksverwaltungsbehörden, Ämtern der Landesregierung sowie den Gebietsbauleitungen der Wildbach- und Lawinenverbauung zur Einsichtnahme auf.
Ausgewiesen werden Gebiete, die durch Überflutung, Vermurung, Rutschungen, Erosionen und Lawinen gefährdet sind. Zudem geben sie Auskunft über Ausmaß und Intensität der Gefahrenwirkung auf bestimmten Flächen. Die Angaben bilden für Flächenwidmungs- und Bebauungspläne eine wesentliche Grundlage.
Bevorratung für den Ernstfall anlegen
Und was wird der Bevölkerung präventiv empfohlen, um sich vor extremen Wetterereignissen zu schützen? Einerseits gilt es, sich bei prognostizierten Unwettern nicht im Freien aufzuhalten. „Da es bei Natur- bzw. Unwetterereignissen zudem durchaus zu einem längeren Aufenthalt in den eigenen vier Wänden kommen kann oder man von wichtiger Infrastruktur wie beispielsweise Lebensmittelgeschäften oder Hilfs- und Einsatzkräften abgeschnitten ist, ist ganz grundsätzlich auch eine Bevorratung sinnvoll.“
Eine Bevorratung sollte – ähnlich wie bei einem Blackout – wie folgt aussehen:
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