Brücke in Damüls wird saniert, allerdings nicht mit Stahl- sondern mit Textilbeton. Das Material soll eindeutige Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Baustoff haben.
Die Krumbachbrücke in Damüls ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Brückensanierung wie jede andere, denn erstmals wird eine unter Verkehr stehenden Brücke im großen Stil mit Textilbeton verstärkt. Dieses Baumaterial punktet mit gleich mehreren Vorteilen gegenüber Stahlbeton. Statt mit Stahlgittern wird der Beton in diesem Fall mit Carbonfasern verstärkt. Dadurch ist das Material leichter, zudem besteht keine Gefahr der Erosion mehr - bei gleichbleibender Stabilität.
Den Bauarbeiten gingen zahlreiche Studien, Versuchsreihen und Vorbereitungsarbeiten voraus, das Land arbeitete hierfür mit der Universität Innsbruck und einigen heimischen Unternehmen aus der Textil- und Baubranche zusammen. Die ersten baubegleitenden Testreihen zur Qualitätssicherung bestätigen die im Rahmen der Forschung und Planung vorgegebenen Richtwerte.
Der für Hochbau zuständige Landesrat Marco Tittler (ÖVP) ist von dem neuen Material ebenfalls beeindruckt - nicht zuletzt wegen des geringeren Materialverbrauchs und der hohen Tragfähigkeit. Aber wie wird das neuartige Material nun gefertigt? Textilbeton ist im Wesentlichen eine Verbundbauweise mit textilen Hochleistungsendlosfasern aus Carbon, die auf Textilmaschinen zu einer gitterartigen Matte gestickt und anschließend mit Kunstharz gehärtet werden.
Dabei ist die Formgebung der Gitter komplett frei wählbar, je nachdem, welche Form die zu verstärkende Fläche vorgibt. Abschließend werden die textilen Gitter auf der zu verstärkenden Fläche in ein zwei bis drei Zentimeter starkes Mörtelbett eingebracht, damit der Kraftfluss im Bauwerk nach Erhärtung des Mörtels verbessert werden kann.
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