Um den Krieg zu gewinnen und Mitglied der EU zu werden, müsse die Ukraine die nationale Einheit bewahren. Das sei die „wichtigste (...) Aufgabe, die wir zusammen bewältigen müssen“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache am Sonntag. Damit reagierte er auf Äußerungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow, laut dem die Führung in Kiew gestürzt werden müsse.
Wenn die Ukrainer und Ukrainerinnen diese Einheit schaffen würden, gelinge ihnen etwas, was Generationen vorher misslungen sei. Als Beispiele führte Selenskyj die Unabhängigkeit von Russland, den eigenen Weg Richtung Europa und einen Wandel zu einem der modernsten Staaten der Welt an. „Nur diejenigen, die die wahre Geschichte nicht kennen und ihre Bedeutung nicht spüren, konnten sich entscheiden, uns anzugreifen“, meinte er. Die Ukrainer und Ukrainerinnen seien Jahrhunderte lang unterdrückt worden und würden ihre Unabhängigkeit nie wieder aufgeben.
Lawrow: Selenskyj muss gestürzt werden
Vor Selenskyjs Ansprache hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow gemeint, dass die „volks- und geschichtsfeindliche Führung“ in Kiew gestürzt werden müsse. Das russische und ukrainische Volk sollten künftig zusammenleben. Ex-US-Außenminister Henry Kissinger riet der Ukraine und dem Westen am Sonntag indessen, in eventuellen Verhandlungen mit Russland keine nach Kriegsbeginn besetzten Gebiete abzutreten. Die Verantwortlichen müssten vorher Grenzen ziehen und „ukrainisches Staatsgebiet aufzugeben, sollte nicht eine der Bedingungen sein, die wir akzeptieren können.“
Verhandlungen: Zusammenarbeit mit Opfern nötig
Generell müsse es klar sein, worüber man bereit sei zu verhandeln und worüber nicht. Verhandlungen müssten in „uneingeschränkter Zusammenarbeit mit den Opfern der Aggression“, den Verantwortlichen und dem Volk der Ukraine abgehalten werden. „Das ist die einzig denkbare Grundlage, auf der eine Lage nach dem Muster des Kalten Krieges gehandhabt werden kann“, sagte der 99-Jährige. Der Deutschamerikaner war nationaler Sicherheitsberater in den USA und von 1973 bis 1977 Außenminister. 1973 erhielt er den Friedensnobelpreis für das Waffenstillstands- und Abzugsabkommen aus dem damaligen Nordvietnam.








Kommentare
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).