17.02.2005 08:55 |

Rückzieher

Zoo-Pinguine dürfen schwul bleiben

Einen Sturm der Entrüstung hat der Plan des Bremerhaven Tiergartens hervorgerufen, drei schwule Pinguin-Paare durch weibliche Verlockungen "umzukehren". Die Proteste diverser Homosexuellen-Guppen haben jetzt gefruchtet.
Sechs Pinguin-Männchen, die als homosexuellePaare balzend durch den Zoo watscheln und in Ermangelung selbstgelegter Eier Steine bebrüten: Das war Stoff für Diskussionenund Fantasien rund um den Globus. Besonders dann, wenn der Zooverkündet, mit Hilfe eines Schweden-Importes "den Einflussvon weiblichen Pinguinen auf homosexuelle Paarbindungen in derTierwelt" untersuchen zu wollen.
 
Nach den Protesten aus aller Welt musste Zoo-DirektorinKück aber einen Rückzieher machen: Dabei ist das Ansinnendes Bremerhavener Zoos biologisch durchaus ernsthaft und unerotisch.Humboldtpinguine sind in ihrer Heimat an den Küsten von Peruund Chile vom Aussterben bedroht. Die europäischen Zoos habensich daher zu einem Art-Erhaltungsprogramm zusammengeschlossen."Der Zoo im schwedischen Kolmarden hat anderen Einrichtungen deshalbeine Reihe von Pinguinen angeboten", sagt Kück. Neben demZoo in Bremerhaven griff auch ein an dem Projekt beteiligter Tierparkin Holland zu.
 
Die Bremerhavener standen bislang vor einem speziellenProblem: Wegen des Männerüberschusses in ihrer zehnköpfigenPinguin-Gruppe gab es nur einmal Nachwuchs. "Wir wissen nicht,ob die drei Männerpaare tatsächlich homosexuell sindoder sich nur aus Mangel an Weibchen zusammengetan haben", sagtdie Direktorin. Klarheit sollte der Import der vier "Schwedinnen"bringen.
 
Die Pinguinmännchen zeigten allerdings wenigInteresse an den schönen Pinguinen aus Schweden. EnttäuschtesFazit der Direktorin: "Jeder kann hier leben wie er will..."
Mittwoch, 23. Juni 2021
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