"Nicht mehr fähig"
Nachrichtendienst: Al-Kaida für zweites 9/11 zu schwach
Wie Uhrlau der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag berichtete, sei die Al-Kaida "nach unserer Einschätzung zu großen Anschlägen nach Art des 11. September heute nicht mehr fähig". Der in Pakistan und Afghanistan liegende Kern des Terrornetzwerks sei dezimiert und durchlöchert worden, zudem sei der Tod Osama bin Ladens ein "schwerer Schlag" gewesen.
Innere Konflikte in Al-Kaida
Nach Einschätzung des BND setzen seit dem Tod Bin Ladens innere Konflikte und Lagerbildung der Al-Kaida zu. Der neue Terror-Chef Ayman al-Zawahiri "hat nicht die Autorität, um die Konflikte und Rivalitäten der regionalen Al-Kaida-Organisationen beizulegen", so Uhrlau. "Inzwischen spielen die regionalen Netzwerke im Maghreb oder auf der arabischen Halbinsel eine stärkere Rolle als die Kern-Al-Kaida in Pakistan und Afghanistan."
Die Terrorgruppe im Maghreb habe nach den Umbrüchen in Nordafrika "von den teilweise desolaten Sicherheitsstrukturen in der Region profitiert". Die Organisation sei in Libyen an Waffen und Munition aus geplünderten Armee-Lagern gelangt, erklärte Uhrlau.
Norwegen-Terror: "Kein internationaler Rechtsterrorismus"
Der BND-Präsident äußerte sich im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auch zum Attentat in Norwegen. Die Angaben von Anders Behring Breivik, wonach er Teil eines Netzwerks rechtsextremistischer Zellen sei, hält Uhrlau demnach für wenig plausibel: "Rechtsextremismus ist national geprägt. Wir haben keine Erkenntnisse darüber, dass sich eine grenzüberschreitende militante Bewegung oder sogar ein internationaler Rechtsterrorismus entwickelt."
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