Wiens hässlichster Kinderspielplatz wurde „verschönert“ und soll jetzt naturnahes Spiel ermöglichen. Doch hielt das Vorhaben, was es versprach? Unser Urteil ist eindeutig.
Vor einigen Monaten sorgte der Spielplatz in der Zieritzgasse (22.) für Aufsehen. Zu Recht bekam das karge, schmale Wiesenstück von der „Krone“ den Titel: „Wiens traurigster Kinderspielplatz“ verliehen. Nach anhaltender medialer Aufregung um den Schandfleck schaltete sich der Bauträger BUWOG ein und verkündete stolz, dass die Fläche verschönert wird: „Das Areal wird mit Geräten ausgestattet, die naturnahes Spiel ermöglichen“, versicherte Geschäftsführer Andreas Holler.
Als Vater zweier kleiner Töchter darf ich Ihnen versichern, dass derzeit kein Mieter plant, mit seinen Kindern dort neben der Straße und der U-Bahn-Trasse zu spielen.
Ein Anrainer zur "Sanierung" des Schandflecks.
Anblick wie umgeschnittene Bäume
Im Juni war es dann so weit, der „neue“ Spielplatz wurde zum Spielen freigegeben. Doch das ernüchternde Fazit: Wiens traurigster Spielplatz ist auch nach der Sanierung ausgesprochen traurig, wie ein Lokalaugenschein der „Krone“ zeigt. Denn was als Hüpfinseln und Balancierstämme angekündigt wurde, sieht aus der Entfernung aus wie umgeschnittene Bäume. Besonders traurig, weil auf dem Areal ebendiese Bäume bzw. Schattenplätze fehlen. Auch nach der Sanierung sind entlang des Zauns keine Sträucher zu sehen, kein einziger Baum spendet Schatten. Am nach wie vor tristen Ambiente ändern auch der Tischtennistisch und der Sandbagger am Ende des Streifens wenig.
Anrainer wundern sich
Ein Anrainer wundert sich, dass überhaupt ein Spielplatz auf dem Grünstreifen errichtet wurde: „Als Vater zweier kleiner Töchter darf ich Ihnen versichern, dass derzeit kein Mieter plant, mit seinen Kindern dort neben der Straße und der U-Bahn-Trasse zu spielen. Schließlich gibt es wenige Meter weiter eine Abenteuerwiese, die bis zum Mühlwasser reicht“, meinte er, als er von der Sanierung erfuhr. Er dürfte jetzt recht behalten.
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