Nintendo wies am Donnerstag für die drei Monate per Ende Juni den ersten Quartalsverlust seiner Geschichte aus und reduzierte seine Gewinnziele drastisch. Nun soll's der günstigere 3DS richten. Wie viel die Konsole ab 12. August kosten wird, hat Nintendo noch nicht offiziell bekannt gegeben, kolportiert wird eine Senkung von 250 auf 170 Euro.
Dass sogenannte "Early Adopters", die sich die Konsole bereits gekauft haben, darüber alles andere als erfreut sein dürften, ist auch Nintendo klar. Es sei zwar üblich, Preise zu senken, allerdings sei es "bisher noch nicht vorgekommen, dass wir den Handelspreis eines Systems weniger als sechs Monate nach dem Launch so deutlich herabgesetzt haben. Wir sind uns bewusst, dass dies dazu führen könnte, dass Sie, die treuen Fans, die den Nintendo 3DS von Anfang an unterstützt haben, das Vertrauen in uns verlieren. Dies ist in keinster Weise unsere Absicht", so Nintendo. Das Unternehmen hat daher das sogenannte Botschafter-Programm ausgerufen. Wer vor dem 11. August um Mitternacht mindestens ein Mal über den 3DS Nintendos eShop besucht, wird automatisch registriert und kann - sobald verfügbar - zwanzig kostenlose Spiele herunterladen.
Zwanzig Virtual-Console-Spiele gratis
Ab 1. September werden zehn NES-Virtual-Console-Games zum Gratis-Download angeboten, zum Beispiel "Super Mario Bros.", "Donkey Kong Jr.", "The Legend of Zelda", "Balloon Fight" und "Ice Climber". Diese Spiele werden laut Nintendo zu einem späteren Zeitpunkt - für spätere 3DS-Käufer - auch als kostenpflichtige Downloads angeboten werden. Ende 2011 sollen schließlich zehn Game-Boy-Advance-Virtual-Console-Spiele dazukommen, zum Beispiel "Mario Kart", "Metroid Fusion", "Yoshi's Island", "Super Mario Advance 3", "WarioWare Inc.: Minigame Mania" und "Mario vs. Donkey Kong". Diese Spiele sollen nicht allgemein zugänglich gemacht werden, sondern den Erstkäufern vorbehalten sein.
Zu wenige Toptitel, Verkaufszahlen weit hinter Erwartungen
Ob der 3DS mit dem günstigeren Preis mehr Käufer anziehen kann, bleibt abzuwarten. Schließlich ist mit "The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D" erst ein echter Top-Titel für die Konsole zu haben. Die Hoffnung des Konzerns liegt auf "Super Mario 3DLand" und "Mario Kart 7", die ab November und Dezember zu haben sein und die 3DS-Verkäufe beflügeln sollen. Insgesamt seien bis Juni 2011 4,32 Millionen 3DS-Konsolen verkauft worden, so Nintendo - das Unternehmen hatte diese Zahl allerdings ursprünglich bereits in den ersten Wochen der Markteinführung erreichen wollen. Neben fehlenden Toptiteln scheint auch die Anziehungskraft der Besonderheit des 3DS, die Darstellung von 3D-Inhalten ohne Brille, nicht so groß wie erwartet. Dazu kommt der Boom von Spielen auf Smartphones wie Apples iPhone und Android-Geräten.
Schlechte Bilanz präsentiert
Bei der Präsentation der Bilanz am Donnerstag wies Nintendo für das Quartal einen Betriebsverlust von umgerechnet 337,4 Millionen Euro aus, der erste Fehlbetrag in einem Vierteljahr, seitdem die Firma quartalsweise ihre Zahlen ausweist. Analysten hatten mit einem Plus von rund 63 Millionen Euro gerechnet. Für den Betriebsgewinn im Geschäftsjahr sagt Nintendo nun 313 Millionen Euro voraus. Ursprünglich wurden rund 1,5 Milliarden Euro prognostiziert. Von der starken Preissenkung für ein vergleichsweise neues Produkt zeigten sich Analysten dennoch überrascht.
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