Hilfe für Hungernde
UNO startet mit Luftbrücke nach Somalia
Das Flugzeug hat Spezial-Nahrungsmittel an Bord, mit denen unterernährte Kinder in der Region versorgt werden können. Mit den zehn Tonnen können 5.000 bis 10.000 Kinder einen Monat lang ernährt werden, so David Orr vom Welternährungsprogramm. Viele der Menschen in und um Mogadischu seien Flüchtlinge aus dem Süden des Landes, der besonders schlimm von der Hungersnot betroffen ist.
"Eltern müssen ihren Kindern beim Sterben zusehen. Wir müssen endlich alles tun und schnell handeln, damit diese armen Familien mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten versorgt werden", mahnte UNESCO-Sonderbotschafterin Ute-Henriette Ohoven am Mittwoch. "Die unvorstellbare Situation lässt keinen Raum für Untätigkeit zu, denn schnell eintreffende Hilfsgüter sind jetzt die letzte Hoffnung."
Schon in den nächsten Tagen sollen weitere Flüge mit insgesamt 100 Tonnen Kindernahrung an Bord im Krisengebiet ankommen. Die Vereinten Nationen hatten sich zu der Luftbrücke entschlossen, da sich Hilfslieferungen - aufgrund der instabilen Zustände in dem Bürgerkriegsland - auf dem Landweg sehr schwierig gestalten.
Fehlende Genehmigung verzögerte Luftbrücke
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen wollte eigentlich bereits am Dienstag die Luftbrücke auf die Beine stellen und ein Flugzeug nach Mogadischu schicken. Wegen einer ausstehenden Genehmigung der Zollbehörden habe es aber nicht abheben können, so ein Sprecher.
Die Hungerkrise in Somalia bedroht derzeit rund 3,7 Millionen Menschen. Die UNO hatte vor knapp einer Woche für Teile des Landes offiziell eine Hungersnot erklärt. Vor ihr flüchteten nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR allein in diesem Monat rund 40.000 Somalier in die Hauptstadt Mogadischu. Etwa 30.000 weitere Hungernde seien im Laufe des Julis in Flüchtlingslagern rund um Mogadischu eingetroffen. Die verheerende Lage habe zu einem heillosen Durcheinander und zu Plünderungen geführt, daher stünden einige der "Schwächsten und Verwundbarsten mit leeren Händen da", erklärte das UNHCR.
EU erhöht Hilfsgelder auf 158 Millionen Euro
Angesichts der dramatischen Lage am Horn von Afrika stockte die EU-Kommission Hilfsgelder für die Hunger- und Dürreopfer auf. "Wir müssen alles tun, um Direkthilfe zu gewährleisten“, so die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa am Mittwoch. Deshalb werde sich das Gesamtvolumen der Hilfsleistung der EU auf 158 Millionen Euro erhöhen. Mit dem neuen EU-Hilfspaket werden Nahrungsmittel für die am stärksten gefährdeten Haushalte bereitgestellt. Zudem wird Unterstützung für den Schutz der Tiergesundheit und den Erhalt des Viehbestands in Kenia, Äthiopien, Somalia und Dschibuti geleistet.
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