Terror in Norwegen
Polizei zündet Sprengstoff auf Breivik-Farm
Der 32-jährige Breivik, der am Freitag bei zwei Attentaten in der norwegischen Hauptstadt und auf der Insel Utöya mindestens 76 Menschen tötete, hatte den Hof offenbar unter dem Vorwand angemietet, dort Gemüse anbauen zu wollen. Wie norwegische Medien weiter berichteten, nutzte er ihn jedoch als Versteck zum Bau von Bomben. Nach Angaben von Düngemittelvertreibern kaufte der Norweger seit Anfang Mai rund sechs Tonnen Dünger ein.
Breivik trainierte in Osloer Pistolenclub
Der Osloer Pistolenclub, in dem Breivik für das Massaker auf Utöya trainierte, teilte am Mittwochmorgen auf seiner Internetseite mit, dass Breivik von 2005 bis 2007 und erneut ab Juni 2010 Mitglied gewesen sei. Weiter hieß es in der Mitteilung: "Breivik hat als Mitglied an 13 organisierten Trainingseinheiten mit anderen sowie einem Wettbewerb teilgenommen." Der 32-Jährige hatte am Freitag mit zwei legal erworbenen Waffen, einer Pistole und einem Schnellfeuergewehr, geschossen.
In der Erklärung des Schützenclubs hieß es, Breivik habe sich "weder politisch bemerkbar gemacht noch in anderer Weise irgendwelche Verhaltensweisen als Vorwarnung für die zutiefst tragischen Ereignisse an den Tag gelegt". Man habe ihn "mit sofortiger Wirkung" ausgeschlossen.
Tausende gedachten vor Utöya der Opfer
Vor der norwegischen Insel Utöya haben indessen mehrere tausend Menschen der Opfer gedacht. Am Tyrifjord und nahe der Insel westlich von Norwegens Hauptstadt sprach am Dienstagabend die 16-jährige Helene Bösei Olsen, deren Mutter am Freitag von dem rechtsradikalen Attentäter getötet wurde. Sie sagte nach Angaben des Fernsehsenders NRK: "Mama war Utöya, und Utöya war Mama. Ich vermisse sie so schrecklich."
Die 45-jährige Mutter hatte seit gut 20 Jahren in dem Sommerlager der sozialdemokratischen Parteijugend AUF gearbeitet, dessen Teilnehmer der rechtsradikale Attentäter mit seinen zwei Schusswaffen angriff. Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg hatte Monica Bösei bei einem Trauergottesdienst als eins der ihm gut bekannten Opfer genannt und gesagt: "Für viele von uns war sie Utöya."
Die Tochter überlebte das Massaker und sagte vor den Trauernden unter anderem: "Ich habe viele Bekannte verloren. Ich habe mehrere Freunde verloren. Und ich habe meine Mutter verloren. Ich wünsche mir nicht, dass ihr den Terroristen hasst. Ich möchte, dass ihr denen, die ihr mögt, eure Liebe zeigt. Und dass ihr denen, die umgekommen sind, und ihren Angehörigen Wärme und gute Gedanken schickt."
Die Mutter war am Freitagnachmittag nach Medienangaben zusammen mit dem als Polizisten verkleideten Attentäter Anders Behring Breivik auf einer Fähre nach Utöya gekommen. Dabei soll sie misstrauisch geworden sein und mit einem Wachmann für das Lager gesprochen haben. Breivik tötete darauf beide zu Beginn seines einstündigen Massakers.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.