Neue Aufgabe bei Tiwag

Mattle wird auch bei der Wasserkraft Gas geben

Tirol
20.06.2022 12:45

Für den künftigen Tiroler VP-Boss wird Energie ein wesentliches Thema im Wahlkampf sein. Am Montag wird er zudem Tiwag-Aufsichtsrats-Chef und leitet damit eine neue Ära ein. Es ist nicht sein erster Posten in diesem Bereich.

Am Montag trifft sich der Tiwag-Aufsichtsrat zu einer zukunftsweisenden Sitzung. Nachdem bekanntlich das Mandat des amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden Ex-Industriellenchef Reinhard Schretter ausläuft, muss ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Der Unternehmer aus Vils wird sich in der Folge komplett aus der Tiwag zurückziehen. Wie auch Staatssekretär Florian Tursky, der in seiner Funktion als Bürochef von LH Günther Platter in diese Funktion kam. Statt ihm kommt die Osttiroler Unternehmerin Michaela Hysek-Unterweger. Sie ist dort auch Wirtschaftsbund-Chefin.

Wie am Sonntag bekannt wurde, soll nun Wirtschafts-LR Toni Mattle in den Aufsichtsrat wechseln und die Funktion des Vorsitzenden übernehmen. Auf „Krone“-Nachfrage wurde Sonntag eine TT-Meldung aus dem Büro von LH Günther Platter bestätigt. Voraussetzung ist natürlich, dass Mattle vom Aufsichtsrat gewählt wird – doch alles andere wäre eine Überraschung.

Einiges an Erfahrung
Mattle sei fachlich äußerst geeignet, heißt es aus dem LH-Büro. Der Galtürer hat einiges an Erfahrung in verschiedenen Aufsichtsratsorgangen gesammelt, ist seit 2008 Aufsichtsrat beim Energieversorger illwerke vkw AG und war Geschäftsführer eines Gemeinschaftskraftwerkes im Paznaun. Der Landesrat kennt auch die politische Dimension der Tiwag. Als langjähriger Energiesprecher im Tiroler Landtag und als Wirtschafts-Landesrat habe sich Mattle intensiv mit der Energiewende, zuletzt als Vorsitzender der Teuerungs-Gruppe auch mit den Preissteigerungen bei der Energie beschäftigt.

Die Entscheidung, Mattle in den Tiwag-Aufsichtsrat zu entsenden, wurde übrigens schon vor Platters angekündigtem Rückzug paktiert. „Angesichts der Energiekrise und den Teuerungen ist es jedoch umso wichtiger, dass die Interessen der Tirolerinnen und Tiroler bei der Tiwag gewahrt bleiben. Freilich zeigt das Aktienrecht klare Grenzen auf und beschränkt den Einfluss des Eigentümers. Denn für den Aufsichtsrat stehen immer das Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das Geschäftsinteresse des Unternehmens im Fokus. In diesem Spielraum wird sich Anton Mattle aber bewegen, um Strom und Gas in Tirol möglichst leistbar zu halten“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der „Krone“.

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Hier ist Mattle fachlich versiert, authentisch und leidenschaftlich. Dabei dürfte er auch Ecken und Kanten gegenüber dem bisherigen Koalitionspartner, den Grünen, zeigen – Stichwort Wasserkraft.

Ein Insider zur "Krone"

Damit ist wohl auch klar, dass Energie auch im Wahlkampf eine zentrale Rolle spielen wird. „Hier ist Mattle fachlich versiert, authentisch und leidenschaftlich. Dabei dürfte er auch Ecken und Kanten gegenüber dem bisherigen Koalitionspartner, den Grünen, zeigen – Stichwort Wasserkraft“, sagt ein Insider. Bei den Delegiertenrunden im Vorfeld des Landesparteitages am 9. Juli hat Mattle in allen Bezirken die Möglichkeit, bei den Funktionären vorzufühlen und auch Stimmung für sich zu machen.

Freilich: Wird Mattle nach dem 25. September Landeshauptmann, muss er die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden wieder zurücklegen. Da ist er dann nämlich Eigentümervertreter des Landes. Und gleichzeitig Aufsichtsratschef zu sein, geht natürlich nicht.

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