Walchs Schwung-Ansatz

Sommer-Schnee-Poker der internationalen Ski-Asse

Vorarlberg
13.06.2022 09:25
Porträt von Magnus Walch
Von Magnus Walch

Der Kalender der kommenden Skiweltcup-Saison wurde erst vor wenigen Wochen beim FIS-Kongress offiziell abgesegnet. Überraschungen hielten sich in Grenzen. Zwei Punkte sind für die Trainingsplanung der Teams im Sommer aber trotzdem relevant: Die Slalom-Herren starten wie schon im Vorjahr erst Anfang Dezember in Val d‘Isere - und damit relativ spät - in die Saison. Im Gegenzug müssen die AbfahrerInnen heuer schon Ende Oktober für die Rennen in Zermatt bereit sein. Was ist also zu beachten?

Beim ersten Rennen in Hochform am Start zu stehen - das ist grundsätzlich das Ziel des Schneetrainings im Sommer. Wenn das Training gut läuft, kann es passieren, dass man sehr früh in Form kommt. Zu früh, um sie bis zum Rennauftakt zu konservieren. Läuft das Training nicht so gut, kann einen der Zeitdruck nervös machen.

Welche Strategie bei der Planung die effektivste ist, ist schwer zu sagen. Den ganzen Sommer immer wieder kurze Trainingsblöcke einstreuen? Oder erst später beginnen und dafür intensivere Camps absolvieren? Die Slalommannschaft um Johannes Strolz hat sich für zweiteres entschieden. Sie haben im Mai noch in Sölden trainiert und beginnen erst wieder Ende August. Man verzichtet bewusst auf ein Überseetraining und hofft, schon bald nach Trainingsstart auf den heimischen Gletschern trainieren zu können. Andere AthletInnen sind noch immer oder schon wieder auf den Ski. Ryding, Goggia und Ledecká habe ich gerade erst letzte Woche am Stilfserjoch getroffen.

Unsere Herren-Europacupmannschaft startet Anfang Juli mit einem Camp in Norwegen. Der neue Gruppentrainer Andreas Omminger hat dort mit dem deutschen Team in den letzten Jahren gute Erfahrungen gesammelt. Einstellen müssen sich die Athleten lediglich auf das instabile Wetter. Im Norden kommt es vor, dass man wochenlang im Regen auf Salzpiste trainiert.

Das Wetter ist in der Planung generell die große Unbekannte. Wer in die südliche Hemisphäre fliegt, kann perfekte Bedingungen antreffen, aber auch mit zu wenig oder zu viel Schnee zu kämpfen haben. Und auf den heimischen Gletschern muss man heuer im Juli und August eventuell sogar damit rechnen, dass auf Grund des schneearmen Winters kaum bis gar kein Training möglich sein wird. Ausnahmen sind die höhergelegenen Gebiete im Schweizer Wallis. Dort ist dafür regelmäßig der Wind ein Spielverderber.

Egal für welchen Plan, welchen Ort, welche Zeit sich die Team-Captains entscheiden - alles kann man nie ganz kontrollieren. Wichtig ist nur, Ruhe zu bewahren. Oft braucht es nämlich nur wenige gute Tage, um doch noch rechtzeitig in Form zu kommen. Man darf gespannt sein, welche Strategien heuer zum Erfolg führen. Spätestens beim Weltcupauftakt in Sölden werden wir sehen, welches Riesentorlauf-Team im Sommer am besten gepokert haben.

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