"Boulevard-Lady"

Abhörskandal in GB: Murdoch-Vertraute tritt zurück

Ausland
15.07.2011 12:24
Die durch den Abhörskandal in Großbritannien unter Druck geratene Chefin von Rupert Murdochs britischer Zeitungsgruppe News International, Rebekah Brooks, ist am Freitag zurückgetreten. In einer Mitteilung an die Angestellten des Konzerns erklärte die oft als "Boulevard-Lady" bezeichnete Brooks, sie fühle sich dafür verantwortlich, dass Menschen "verletzt" worden seien.

Sie habe dem Medienunternehmer Murdoch und seinem Sohn James ihren Rücktritt angeboten, erklärte Brooks. Nach einiger Diskussion sei ihr Abgang dann akzeptiert worden. Eine Sprecherin von News Corporation bestätigte den Rücktritt. Brooks Nachfolger wird nach Unternehmensangaben Tom Mockridge, der vom italienischen Bezahlsender Sky Italia kommt.

Rebekah Brooks selbst zeigte sich am Freitag geläutert: "Als Vorstandschefin des Unternehmens empfinde ich ein tiefes Gefühl der Verantwortung für die Menschen, die wir verletzt haben, und ich kann nicht oft genug sagen, wie mir das, von dem wir nun wissen, dass es stattgefunden hat, leidtut."

Brooks an Spitze des Skandals?
Brooks war zur Zeit des Abhörskandals Chefredakteurin der inzwischen eingestellten Boulevardzeitung "News of the World" gewesen, später Chefin des Boulevardblattes "The Sun" aus dem Murdoch-Imperium. Danach stieg sie zur Verlagsmanagerin auf. 

Die 43-Jährige hat stets angegeben, nichts von den illegalen Abhörpraktiken gewusst zu haben. Am Dienstag soll sie zusammen Rupert und James Murdoch im Medienausschuss des britischen Unterhauses zu der Affäre Stellung nehmen.

Affäre beutelt Murdoch-Imperium
Rupert Murdoch hatte sich in der vergangenen Woche zur Schließung der "News of the World" gezwungen gesehen, nachdem herausgekommen war, dass Journalisten nicht nur Prominente abgehört und Polizisten bestochen, sondern auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens geknackt hatten. 

Angesichts der Empörung der Öffentlichkeit und des steigenden Drucks der Regierung zog Murdoch am Mittwoch auch sein Übernahmeangebot für den britischen Bezahlsender BSkyB zurück.

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