Brüssel-Posse
Heftiger Streit über Termin für Euro-Krisengipfel
Deutschland will erst eine Einigung über die Beteiligung der Privatgläubiger am zweiten Rettungspaket für Griechenland sehen, bevor die Staats- und Regierungschefs weitere Maßnahmen beschließen. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hatte den Krisengipfel angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten zunächst schon für diesen Freitagabend geplant.
Eine Regierungssprecherin erklärte in Berlin, zunächst müssten die Finanzminister die Einzelheiten des neuen Hilfspakets festlegen. Andere Euro-Länder halten das Treffen der Chefs hingegen für notwendig, weil sich die Finanzminister am Montag möglicherweise erneut nicht einigen könnten und die Märkte darauf mit Panikverkäufen von Staatsanleihen und Bankaktien reagieren würden.
Merkel glaubt hingegen, dass nicht alle Beteiligten dazu bereit seien, eine Entscheidung zu treffen und das Programm für Griechenland zum Abschluss zu bringen. Das ließ die Kanzlerin am Donnerstag vor Journalisten während ihres Besuches im nigerianischen Abuja durchblicken. Sie fürchtet, dass ein Treffen ohne Einigung die EU mehr beschädigt als eine Absage im Vorfeld.
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